Jüdische Pflege- geschichte

Jewish Nursing History

Biographien und Institutionen in Frankfurt am Main

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„Deine Dir gute Obeli“ – Frankfurter jüdische Krankenschwestern in der Kinder- und Säuglingspflege

Der dreiteilige Artikel erinnert an die in der Kinder- und Säuglingspflege aktiven Schwestern des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen – zugleich ein vergessener Teil der Frankfurter Pflege- und Sozialgeschichte. Unter Anleitung von Oberin Minna Hirsch arbeiteten Johanna Beermann und Anna Ettlinger in der Säuglingsberatung des Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde und in der Säuglings-Milchküche im benachbarten jüdischen Schwesternhaus. Rosa (Goldstein) Fleischer leitete die Kostkinderkommission. Alle drei Einrichtungen halfen jüdischen wie nichtjüdischen Müttern und Kindern. Zum Erfolg des überkonfessionell mit hoher jüdischer Beteiligung gegründeten Frankfurter Verbands für Säuglingsfürsorge, dessen Einsatz viele Kinderleben rettete, trug auch der engagierte Pflegedienst von Betty Schlesinger, Doris Unger, Else Unger, Dina Wolf und Babette Zucker bei.

 

 

Oberin Frieda Amram mit einem Schützling, Frankfurter Kinderhaus der ,Weiblichen Fürsorge‘, um 1939 – Nachweis: Aus dem Poesiealbum von Inge Grünewald (Ines Ariel), Bl. 32R, in: Volker Mahnkopp, Dokumentation zu vom NS-Staat verfolgten Personen im Frankfurter Kinderhaus der Weiblichen Fürsorge e. V. Hans-Thoma-Straße 24. Frankfurt a.M., Stand: 23.03.2019, https://www.platz-der-vergessenen-kinder.de [12.08.2020]

 

„Obeli“ – so nannten die kleinen Bewohnerinnen und Bewohner des Kinderhauses des jüdischen Frauenvereins ,Weibliche Fürsorge‘ ihre soziale Mutter: Oberin Frieda (Frida) Amram, ebenfalls Mitglied des Schwesternvereins und drei Jahrzehnte lang die Leiterin des Kinderheims. Am ehemaligen Standort Hans-Thoma-Straße 24 im Stadtteil Sachsenhausen ist der ,Platz der vergessenen Kinder‘ mit dem in Frankfurt einzigartigen ,Dreidel‘-Mahnmal heute ein eindrucksvoller Gedenkort.

 

Fotografie vom „Dreidel“-Denkmal für das Kinderhaus der ,Weiblichen Fürsorge‘ am ,Platz der vergessenen Kinder‘, Hans-Thoma-Straße (Künstlerin: Filippa Pettersson) – © Dr. Edgar Bönisch, 2018

 

Für wichtige Hinweise und Anregungen dankt die Autorin Dr. Petra Betzien, Dr. Bettina Blessing, Martina Hartmann-Menz M.A., Eduard Kaesling, Dr. Monica Kingreen (†), Pfarrer Volker Mahnkopp und Prof. Dr. Gudrun Maierhof, ebenso Dr. Edgar Bönisch für seine schönen Fotografien vom ,Platz der vergessenen Kinder‘.

 

Birgit Seemann, 2020

 

Den Beitrag finden Sie hier in drei PDF-Dokumenten:

 

Teil 1: Säuglings- und Kostkinderkommission und Säuglings-Milchküche

Seemann_Pub3_Kinderpflege_2020_1

Teil 2: Der Frankfurter Verband für Säuglingsfürsorge

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Teil 3: Frieda Amram und das Kinderhaus der ,Weiblichen Fürsorge‘

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