Jüdische Pflege- geschichte

Jewish Nursing History

Biographien und Institutionen in Frankfurt am Main

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Gumpertz´sches Siechenhaus, Institution

  • Die Frankfurter jüdische Stifterin Betty Gumpertz gründete 1888 ein Siechenhaus für chronisch kranke und bettlägerige Bedürftige; es vereinigte Kranken-, Behinderten-, Alten- und Armenpflege unter einem Dach. Die konservativ-jüdische Institution wurde streng rituell geführt, doch sah die Satzung auch die Aufnahme von Nichtjuden vor. 1905 wurde die Minka von Goldschmidt-Rothschild-Stiftung dem seit 1895 rechtsfähigen Verein Gumpertz'sches Siechenhaus angegliedert. Hauptstandort war der Röderbergweg 62-64 (heute Nr. 82) mit einem 'Vorderhaus' (große Villa, Neubau, mitunter auch 'Rothschild'sches Siechenhaus' genannt) und einem 'Hinterhaus' (alte Villa, spätere Anschrift: Danziger Platz 15).
  • Standort

    Röderbergweg 62-64, Frankfurt am Main

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Chronik

Per Grundstücksüberlassungsvertrag erhält der Handelsmann und Witwer Johann Conrad Reus das Grundstück Gewann 2, No. 34. Überlasser ist Dietrich Reus.

12.06.1861

Verkaufsbrief Johann Conrad Reus an Franz OsterriethInstitut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main - Transcriptionsgegister

Per Verkaufsbrief erhält Franz Osterrieth Gewann 2, No. 34 von Johann Conrad Reus.

1888 - 1892

Anfänge des Gumpertz´schen Siechenhauses (Hausnummer unbekannt)Rückertstraße um 1865/68

Abbildung: Rückertstraße um 1865/68

1888 - 1892

Erster Standort Rückertstraße -, Frankfurt am Main

Nach Gerhard Schieblers Recherchen wurde das Siechenhaus im Jahre 1888 in der Rückertstraße (Hausnummer bislang unbekannt) eröffnet; die Räumlichkeiten nutzte es vermutlich als Untermieter.

1888 - 1892

Gründungsvorsitzender und erster Präsident des Gumpertz´schen SiechenhausesFerdinand Moritz Gamburg

1888 - 1894

StifterinTräutchen (Thekla) Höchberg

Träutchen Höchberg unterstützte Betty Gumpertz 1888 bei der Gründung und Finanzierung des Pflegeheims.

1888 - 1937

Mit-Initiatorin und Verwaltungvorstand des Gumpertz'schen Siechenhauses: die Frankfurt-Loge Bne BrissB’nai B'rith Frankfurt Schönstädt Loge e.V. (Vorgängerin: Frankfurt-Loge des Ordens Bne Briss (U.O.B.B.))

Das Gumpertz'sche Siechenhaus gehörte zu den ersten Sozialprojekten der Frankfurt-Loge Bne Briss, einer im Januar 1888 gegründeten, bedeutenden Tochterloge der jüdischen Organisation Bne Briss (B'nai B'rith), die sich vor allem für Wohlfahrt und Bildung engagierte.

1888

Gründerin und StifterinBetty (Beda) Gumpertz

Zum Andenken an ihren Ehemann Leopold und ihren Sohn Heinrich stiftete Betty Gumpertz im Jahr 1888 das Gumpertz´sche Siechenhaus.

1888

Mitbegründer und vermutlich auch Mitstifter des Gumpertz'schen SiechenhausesRaphael Ettlinger

1888

Mitinitiator des Gumpertz'schen SiechenhausesMichael Moses Mainz

Seit Um 10.1892

Zweiter Präsident: Charles L. HallgartenCharles L. (Karl Lazarus) Hallgarten

Charles L. Hallgarten engagierte sich auch für die Frankfurter jüdische Kranken- und Altenpflege. Als Präsident (Vorsitzender) des Gumpertz´schen Siechenhauses hielt er auf der Eröffnungsfeier des Neubaus 1892 eine Ansprache, in der er u.a. seinen verstorbenen Vorgänger Ferdinand Gamburg würdigte.

10.10.1892 - 1899

Zweiter Standort und offizielles GründungsdatumOstendstraße 75, Frankfurt am Main

Die Kapazitäten in der Rückertstraße waren schnell erschöpft. Mit einer Großspende von 60.000 Mark ermöglichte Betty Gumpertz den Erwerb des Grundstücks Ostendstraße 75 durch die Israelitische Gemeinde Frankfurt. Die feierliche Eröffnung des Gumpertz'schen Siechenhauses im eigenen Gebäude fand am 10. Oktober 1892 (zugleich offizielles Gründungsdatum) in Anwesenheit von Stadtrat Dr. Karl Flesch statt. Das Pflegeheim startete mit 6 Betten, die sich auf 3 Zimmer im ersten Stock verteilten, der zweite Stock war noch leer, insgesamt bestand Kapazität für 20 Betten (vgl. Frankfurter Zeitung Nr. 285, 11.10.1892, AB, S. 2 [= Frankfurter Angelegenheiten], siehe bzgl. des offiziellen Gründungsdatums auch die Anzeige der Verwaltung des Gumpertz'schen Siechenhauses in: Frankfurter Israelitisches Gemeindeblatt (1932) 2 (Oktober), S. 40)).

Seit 12.01.1893

Langjährige Bewohnerin des Gumpertz´schen SiechenhausesMinna Kann

Nach dem Tod beider Eltern wurde Minna Kahn (ledig, ohne Beruf) mit erst 19 Jahren aus ihrem Wohnort Londorf in das Gumpertz'sche Siechenhaus eingewiesen; noch 1922 wird sie in den Akten als Bewohnerin geführt.

08.09.1893

Großzügige Zustiftung von Träutchen HöchbergTräutchen (Thekla) Höchberg

Am 8. September 1893 unterstützte Träutchen (Thekla) Höchberg das immer stärker nachgefragte Gumpertz´sche Siechenhaus mit einer Großspende von 50.000 Mark.

Um 1894 - 1907

Erste Oberin des Gumpertz'schen SiechenhausesThekla Isaacsohn

Um 1894 wurde Thekla Mandel Oberin des Gumpertz´schen Siechenhauses. Wegen Heirat schied sie 1907 aus dem Schwesterndienst aus.

1894

Das Siechenhaus im Jahr 1894

Das Gumpertz'sche Siechenhaus hat 1894 4.486 Mark an Geschenken bekommen. An 403 Mitgliederbeiträgen gingen 4.570 Mark, an Zinsen 2.529 Mark, an Beiträgen des städtischen Armenamtes und des städtischen Almosenkastens 2.421 Mark ein. Vereinsvermögen = 57.000 Mark; Betriebskosten 15.365 Mark. Sämtliche verfügbaren Räume sind jetzt als Krankenzimmer eingerichtet. 1894 wurden 7 Männer und 11 Frauen verpflegt, davon starb eine Frau. Zahl der Pflegetage: 4.003. Als Testamentsvollstrecker von Frau Träutchen Höchberg traten Rechtsanwalt Plotke und Otto Höchberg in den Vorstand ein (Quelle: Frankfurter Zeitung, Nr. 102, 12.04.1895, 2. MB, S. 2 = Frankfurter Angelegenheiten).

Seit 1894

Mitglied im Vorstand des Gumpertz'schen SiechenhausesDr. jur. Julius Plotke

Zeitungsnotiz zum Jahresbericht 1894 des Gumpertz'schen Siechenhauses: Als Testamentsvollstrecker von Frau Träutchen Höchberg traten Rechtsanwalt [Julius] Plotke und Otto Höchberg in den Vorstand ein (Quelle: Frankfurter Zeitung, Nr. 102, 12.04.1895, 2. MB, S. 2 = Frankfurter Angelegenheiten).

11.05.1895

Das Gumpertz'sche Siechenhaus wird am 11. Mai 1895 durch königliche Verordnung ein rechtsfähiger Verein

Um 1897 - 1903

Stifterin und FörderinMinna Caroline (Minka) von Goldschmidt-Rothschild

Offenbar unterstützte Minka von Goldschmidt-Rothschild bereits seit den 1890er Jahren das Pflegeheim.

11.04.1897

Hauptversammlung des Gumpertz'schen Siechenhauses

"Die Anstalt verpflegte im abgelaufenen Jahre 33 Personen mit 5.940 Pflegetagen. Die Kosten stellen sich auf M 17.245. Frau Adele Katzenstein-Jameson vermachte der Anstalt M 15.000. Nach dem Bericht der Ärzte Dr. Günzburg und Dr. Schlesinger wären Einzelzimmer für Patienten dringend nöthig" (zit. n.: Frankfurter Zeitung, Nr. 103, 13.04.1897, AB, S. 3 [Rubrik: Frankfurter Angelegenheiten: Aus den Vereinen]).

1898 - 1941

Bewohner des Gumpertz´schen SiechenhausesSiegmund Keller

Siegmund Keller verbrachte den größten Teil seines Lebens - über vier Jahrzehnte - im Gumpertz´schen Siechenhaus. Dort machte er sich u.a. um die Haussynagoge verdient.

1898 - 1941

Dritter Standort im RöderbergwegRöderbergweg 62-64, Frankfurt am Main

1898 erwarb der Verein Gumpertz'sches Siechenhaus das Grundstück Röderbergweg 62-64, die ersten Bewohner/innen bezogen die dortige alte Villa, später das 'Hinterhaus' genannt. Das Haus Ostendstraße 75 wurde bis 1899 parallel weitergeführt und dann verkauft.

05.03.1900

Generalversammlung des Vereins Gumpertz´sches Siechenhaus

Am 5. März 1900 hielt der Verein Gumpertz´sches Siechenhaus eine Generalversammlung im Haus Börsenplatz 7 ab (Meldung in: Frankfurter Zeitung, Mittagsblatt, Nr. 63, 05.03.1900 [Rubrik: Tagesanzeiger]). Über die Inhalte der Versammlung ist nichts bekannt.

12.01.1902 - 31.12.1940

Evangelische Krankenschwester im Gumpertz'schen SiechenhausFrieda Gauer

Die Christin Frieda Gauer gehörte - zeitweilig als Oberschwester - fast vier Jahrzehnte lang zum Team des jüdischen Pflegeheims.

1903 - 1925

Stifterin und FörderinHannah Mathilde von Rothschild

Nach dem Tod ihrer Tochter Minka setzte Hannah Mathilde von Rothschild deren Stiftungsaktivitäten fort.

1903 - 1938

Stifterin und FörderinAdelheid de Rothschild

Von Frankreich aus setzte Adelheid de Rothschild das Stiftungswerk ihrer verstorbenen Schwester Minka fort.

1903 - 1938

Stifter und FördererMax (Maximilian Benedikt) von Goldschmidt-Rothschild

Max von Goldschmidt-Rothschild setzte nach dem Tod seiner Frau Minka deren Stiftungswerk fort.

08.06.1903

Großspende aus dem Hause Rothschild

Nach einem Bericht in der Frankfurter Zeitung und Handelsblatt 157 (08.06.1903), Abendblatt, S. 3 ("Frankfurter Angelegenheiten") soll Louise von Rothschild 300.000 Mark an das Gumpertz´sche Siechenhaus gespendet haben. Möglicherweise handelte es sich aber um ihre Schwägerin Mathilde von Rothschild (beide Stifterinnen wurden manchmal namentlich verwechselt).

1904 - Um 1939

Verwalter des Gumpertz´schen SiechenhausesHirsch Hermann Seckbach

16.02.1904

Notiz zur Vorbereitung der Minka von Goldschmidt-Rothschild-StiftungHannah Mathilde von Rothschild

"Der Verein 'Gumpertzsches Siechenhaus' hielt gestern unter Vorsitz von Charles Hallgarten in der Frankfurt-Loge seine Generalversammlung ab. Der Geschäftsbericht für das Jahr 1903 hebt, wie wir den 'Fr.[ankfurter] N.[achrichten]' entnehmen, hervor, dass Freifrau Mathilde v. Rothschild beabsichtigt, auf dem Terrain der Anstalt zum Andenken an ihre verstorbene Tochter ein Haus für weibliche Sieche zu errichten und dieses Gebäude nebst einem Fonds von 1000.000 M.[ark] als Frau Max v. Goldschmidt geb. Frein v. Rothschildsche Stiftung an die Verwaltung des Vereins anzugliedern" (Frankfurter Zeitung, 16.02.1904, Abendblatt, S. 2 = Frankfurter Angelegenheiten). Die Stiftung erhielt dann den Namen: Minka von Goldschmidt-Rothschild-Stiftung.

Um 1905 - 1929

Stifterin und FörderinLili Jeannette Schey von Koromla

Nach dem Tod ihrer Mutter Minka setzte Lili Schey von Koromla deren Stiftungswerk fort. Ihr Ehemann Philipp Schey von Koromla (23.06.1881 Baden bei Wien - 27.06.1956 Rieux, Frankreich) war Beisitzer im Vorstand des Siechenhauses. (Das seit 1906 verheiratete Paar wurde 1921 geschieden).

1905

Errichtung der Minka von Goldschmidt-Rothschild-Stiftung und Angliederung an die Gumpertz´sche StiftungMinna Caroline (Minka) von Goldschmidt-Rothschild

Für die (unselbständige) Minka von Goldschmidt-Rothschild-Stiftung übergab Mathilde von Rothschild dem Verein Gumpertz´sches Siechenhaus eine Schenkung von etwa 1 Million Mark. Sie wurde am 27. Februar 1905 durch den Frankfurter Polizeipräsidenten offiziell genehmigt. Das Kapital ermöglichte den Bau einer großen modernen Villa ('Vorderhaus' des Siechenhauses) im Röderbergweg 62-64.

1907 - 1941

Oberin und Verwalterin des Gumpertz´schen SiechenhausesRahel Seckbach

Um 1907 wurde Rahel Seckbach (damals noch Spiero) Thekla Mandels Nachfolgerin als Oberin des Gumpertz´schen Siechenhauses. Diese Stellung behielt sie - im Rang einer Verwalterin - auch nach ihrer Heirat im Jahre 1919. Im Rechenschaftsbericht von 1908 heißt es: "Die neue Oberin, Schwester Rahel, hat sich nun zu allseitiger Zufriedenheit in ihren neuen großen und verantwortungsvollen Pflichtenkreis eingewöhnt. Wir danken ihr aufrichtigst für die liebevolle Weise, in der sie ihre Obliegenheiten erfüllt."

Um 1907

Grundriss des Rothschild'schen Siechenhauses (Vorderhaus)Gumpertz'sches Siechenhaus - Grundriss Rothschild'sches Siechenhaus

Abbildung: Gumpertz'sches Siechenhaus - Grundriss Rothschild'sches Siechenhaus

Um 1907

Literatur zum Gumpertz'schen SiechenhausGeschichte des Ordens Bnei Briss in Deutschland 1882-1907

"In der Fürsorge für Alte und Sieche ist zu bemerken, dass die Frankfurt-Loge die Anregung zur Gründung eines Siechenhauses gegeben hat. Durch die Bemühungen von [Ferdinand] Gamburg hat Frau Gompertz [sic!] daselbst den Fonds dazu gestiftet" (S. 235).

06.1907

Eröffnung des 'Vorderhauses' (Minka von Goldschmidt-Rothschild-Stiftung)

In den im Juni 1907 eröffneten Neubau ('Vorderhaus' oder auch 'Rothschild'sches Siechenhaus' genannt), einer großen Villa, zogen satzungsgemäß die weiblichen Bewohner des Siechenhauses. Die männlichen Bewohner verblieben zunächst in der alten Villa ('Hinterhaus').

1908 - 1922

Bewohnerin des Gumpertz´schen SiechenhausesLeopoldine Karbe

1908 - 1932

Präsident des Gumpertz´schen SiechenhausesJulius Goldschmidt

Julius Goldschmidt, Frankfurter Kunst- und Antiquitätenhändler sowie Mäzen, folgte dem verstorbenen Charles L. Hallgarten als dritter Vorsitzender des Gumpertz´schen Siechenhauses.

Um 1908

Augenarzt am Gumpertz´schen SiechenhausDr. med. Michael Sachs

Seit Um 1908

Chirurg am Gumpertz'schen SiechenhausDr. med. Robert Otto Rothschild

Um 1908

Kinderarzt am Gumpertz´schen SiechenhausDr. med. Max Plaut

Um 1908

Ohrenarzt am Gumpertz´schen SiechenhausDr. med. Heinrich Seligmann

Um 1908

Praktischer Arzt am Gumpertz´schen SiechenhausSanitätsrat Dr. med. Hermann Schlesinger

Nach Wilhelm Kallmorgens Angaben war Hermann Schlesinger außerdem 31 Jahre lang Frankfurter Schularzt sowie Fürsorgearzt.

Um 1908

Praktischer Zahnarzt am Gumpertz´schen SiechenhausHeinrich Borchard

1908

Stifterin von Freibetten für das Gumpertz´sche SiechenhausHedwig Flora Hausmann

Gemeinsam mit ihrem Bruder Franz Hausmann stellte Hedwig Hausmann 40.000 Mark für die Gründung einer "Isaac Jacob und Charlotte Hausmann geb. Emden-Stiftung" bereit. Sie war für die Errichtung und Unterhaltung von Freibetten für die pflegebedürftigen Armen des Siechenhauses bestimmt.

1908

Stifter von Freibetten für das Gumpertz´sche SiechenhausDr. med. Franz Hausmann

Gemeinsam mit seiner Schwester Hedwig stellte Franz Hausmann 40.000 Mark für die Gründung einer "Isaac Jacob und Charlotte Hausmann geb. Emden-Stiftung" bereit. Sie war für die Errichtung und Unterhaltung von Freibetten für die pflegebedürftigen Armen des Siechenhauses bestimmt.

05.02.1908

Zeitungsbericht zum Gumpertz'schen Siechenhaus

In ihrer Abendausgabe verwies die Frankfurter Zeitung (Nr. 36, 05.02.1908, S. 3) unter "Frankfurter Angelegenheiten" zunächst auf die Eröffnung des Vorderhauses (Minka von Goldschmidt-Rothschild-Stiftung) im Vorjahr (1907). Laut Jahresbericht des Siechenhauses wurden 1907 38 weibliche und 21 männliche Patienten gepflegt, vier männliche und drei weibliche verstarben, zwei männliche und vier weibliche konnten entlassen werden. "Die Erweiterung des Betriebs macht die Anstellung eines zweiten Arztes nötig."

Um 1909 - 1928

Chefarzt des Gumpertz´schen SiechenhausesDr. med. Jacob (Jakob) Meyer

Seit Um 1909

Stellvertretender Chefarzt des Gumpertz'schen SiechenhausesDr. med. Gustav Löffler

1911

Einweihung der Haussynagoge

13.07.1911 - 31.12.1940

Katholische Krankenschwester im Gumpertz'schen SiechenhausFranziska Fleischer

Die Christin Franziska Fleischer gehörte, zeitweise als Oberschwester, fast drei Jahrzehnte lang zum Team des jüdischen Pflegeheims.

Seit 10.1911

Hausrabbiner des Gumpertz´schen SiechenhausesSalomon Wolpert

1913

Informationen zum Gumpertz'schen Siechenhaus25 Jahre Frankfurt-Loge

1913

Stifterin für das Gumpertz´sche Siechenhaus (inklusive Lazarett)Lucy (Lucie) Georgine Leontine Spiegl

1914 - Um 1918

Ärztlicher Leiter des Gumpertz´schen SiechenhausesDr. med. Gustav Löffler

Gustav Löffler, stellvertretender ärztlicher Leiter des Gumpertz´schen Siechenhauses, vertrat bis zu seiner eigenen Einberufung im Ersten Weltkrieg den an der Front eingesetzten Chefarzt Jakob Meyer.

1914 - 1918

Chirurg im Lazarett des Gumpertz´schen SiechenhausesGeheimer Sanitätsrat Dr. med. Oskar (Oscar) Pinner

1914 - 1918

Lazarett im jüdischen Siechenhaus

Während des Ersten Weltkriegs wurde im Siechenhaus ein Lazarett für verwundete Soldaten eingerichtet.

1914 - 1918

Verwalter des Lazaretts im Gumpertz´schen SiechenhausHirsch Hermann Seckbach

Um 1914

Bewohner des Gumpertz'schen SiechenhausesBenjamin Jacobowitsch

Auf Anraten des leitenden Arztes des christlichen Krankenhauses fand Rabbi Jacobowitsch, dessen Leiden sich verschlimmert hatte, um 1914 Aufnahme im Gumpertz'schen Siechenhaus.

Um 1915

Einsatz als LaborantinFranziska Fleischer

1915

Informationen zum Gumpertz'schen SiechenhausFührer für das Heilpersonal der Stadt Frankfurt a. Main

1915

Literatur zum Gumpertz'schen SiechenhausCharles L. Hallgarten

Um 1915

Pflege im Lazarett des Gumpertz'schen SiechenhausesRuth Lessner

1915

Stiftung eines Rednerpults für die Gumpertz'sche HaussynagogeDr. med. Jacob (Jakob) Meyer

1915

Veränderungen am Grundstück

1915 musste der Verein Gumpertz'sches Siechenhaus in Vereinbarung mit der Frankfurter Stadtverwaltung einen Teil seines Gartengeländes zur Straßenfreilegung nach der Seite des neuen Ostbahnhofs gegen finanzielle Entschädigung abgeben. Vom Königlichen Eisenbahnfiskus erwarb der Verein zwei anliegende Grundstücke in sowie einen schmalen Streifen Land an der Philippsruher Straße.

1916

Rechenschaftsbericht/Deckblatt 1916Gumpertz´sches Siechenhaus

Abbildung: Gumpertz´sches Siechenhaus

Um 1916

Schwester Ruth heiratet den Lehrer und Jugendfreund Max Lessner, Patient im Gumpertz'schen LazarettRuth Lessner

Im Gumpertz'schen Lazarett traf Schwester Ruth ihren Jugendfreund Max Lessner wieder. Sie pflegte ihn, sie wurden ein Paar und heirateten im engsten Familienkreis. Danach trat der Lehrer Max Lessner - sein Arm blieb nach einem Schrapnellschuss gelähmt - eine Stelle bei einem jüdischen Kriegswaisenheim an, unterstützt von seiner Frau.

Um 1917 - 1938

Mitglied des Vorstands des Gumpertz´schen SiechenhausesDr. jur. Richard Joseph Merzbach

Von 1917 (oder früher) bis 1938 war Richard Merzbach dem Gumpertz´schen Siechenhaus eng verbunden. In der NS-Zeit verteidigte er das Siechenhaus gegen die NS-Machthaber.

1917

Literatur zum Gumpertz´schen SiechenhausFünfundzwanzig Jahre Siechenhaus

1918 - Um 1933

Ehrendame des Gumpertz'schen SiechenhausesIda Wronker

Von 1918 bis in die 1930er Jahre kümmerte sich Ida Wronker als Ehrendame um das Siechenhaus und seine Bewohner/innen. Anlass für ihr langjähriges Engagement war möglicherweise der Tod ihres Sohnes Erich - wurde er zuletzt im Siechenhaus gepflegt?

1918 - Um 1933

Mitglied des Vorstands des Vereins Hermann Wronker

Neben vielen berufsbedingten Ämtern sowie Aktivitäten für die Stadt Frankfurt war Hermann Wronker auch sozial stark engagiert: 1918 wurde er Mitglied des Vorstands des Gumpertz'schen Siechenhauses, dem er bis in die 1930er Jahre angehörte. Anlass war möglicherweise der Tod seines Sohnes Erich - wurde er zuletzt im Siechenhaus gepflegt?

1918

Abbildung zum Gumpertz'schen Siechenhaus (Lazarett, Gruppenfoto, 1918)Gumpertz'sches Siechenhaus - Lazarett (Personen)

Abbildung: Gumpertz'sches Siechenhaus - Lazarett (Personen)

1918

Literatur zum Gumpertz´schen SiechenhausDas Glück im Hause des Leids

1918

Literatur zum Gumpertz´schen Siechenhaus (Deckblatt)Seckbach, Hermann

Abbildung: Seckbach, Hermann

Seit 1919

Patient des Gumpertz´schen SiechenhausesSalomon Kahn

In den Akten ist Salomon Kahn als Handelsmann verzeichnet. Vom Armenamt seiner Gemeinde wurde der auf sich allein gestellte Siebzigjährige nach Frankfurt am Main überwiesen. Die Einweisung in das Gumpertz´sche Siechenhaus genehmigte die Fürsorge-Abteilung des Frankfurter Wohlfahrtsamts.

1920

Literatur zum Gumpertz´schen SiechenhausDas Frankfurter Siechenhaus

In ihrem Beitrag "Das Frankfurter Siechenhaus" schreibt Fanny Cohn-Neßler: "Die Minka-von Goldschmidt-Rothschild-Stiftung, ein stattliches langgestrecktes Gebäude im roten Sandstein und Ziegelbau, in der Nähe des Ostbahnhofes (Hanauer Bahn) und eines schönen Parks gelegen, richtet ihre Front nach dem Röderbergweg. Das Siechenhaus, aus einem Legat der Frau Gumpertz herstammend, 1888 in einem kleinen Hause in der Rückertstraße liegend, hat nunmehr ein eigenes großes Haus im Garten des obengenannten Stifts erhalten. Diese beiden Anstalten erfreuen sich eines besonderen guten Rufes unter den Wohlfahrtsanstalten der alten Reichsstadt. [...] es ist in Frankfurt stehende Redensart: die beste Verpflegung und das beste Einvernehmen unter den Anstaltsbewohnern findet man in diesen beiden Häusern, die doch eins sind; denn beide Anstalten sind für dauernd kranke, sieche Personen eingerichtet."

1921

Christliche Krankenschwester im Gumpertz'schen SiechenhausElisabeth Gontrum

Elisabeth Gontrum, sehr wahrscheinlich evangelischen Glaubens, gehörte zum Pflegepersonal des jüdischen Heims. Wie lange sie dort arbeitete, ist unbekannt.

Seit 1922

Krankenpflege und Altenpflege

1922 erzwang der Kostendruck eine interne Umstrukturierung im Siechenhaus: Der Betrieb des "Israelitischen Krankenheims" wurde zugunsten der Altenpflege eingeschränkt.

1923

Förderer des Gumpertz'schen SiechenhausesDr. h.c. Hermann Weil

Hermann Weil, einer der weltweit erfolgreichsten Getreidegroßhändler seiner Zeit, unterstützte viele Frankfurter Sozialprojekte, die nach dem Ersten Weltkrieg finanziell gefährdet waren. Antisemitische Organisationen schloss er ausdrücklich von seiner Förderung aus. Dem Gumpertz'schen Siechenhaus ließ er 1923 1.000.000 RM zukommen.

Um 1925 - 27.02.1929

Bewohner des Gumpertz´schen SiechenhausesGerson Mannheimer

Vermutlich wurde der schon seit langem kränkelnde Gerson Mannheimer nach dem Tod seiner Ehefrau im Jahr 1925 Bewohner des Siechenhauses. Dort verstarb er am 27. Februar 1929. In der Zeitschrift "Der Israelit" war am 14. März 1929 folgender Nachruf zu lesen: "[...] Am 27. Februar (7. Adar) verstarb im 64. Lebensjahre der Lehrer a.D., Herr Gerson Mannheimer. Infolge eines tückischen Leidens war er seit 4 Jahren im Gumpertz'schen Siechenhaus untergebracht, wo er schließlich einer kurzen Lungenentzündung erlag. Sein Beruf als Lehrer führte ihn durch verschiedene Gemeinden, so z.B. Zwingenberg, Babenhausen und Rüsselsheim. In diesem Jahren ist ihm keine Not und Sorge erspart geblieben, denn er hatte um seine Existenz als Lehrer zu kämpfen, wie es heute noch so manchem Lehrer in den Landgemeinden ergeht. Aber sein unerschütterliches Gottvertrauen und seine aufrichtige Frömmigkeit halfen ihm über diese schweren Daseinskämpfe hinweg. Schon vor ca. 20 Jahren musste er durch sein Leiden seinem Berufe entsagen. So hat er jetzt ausgekämpft [...]. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

1928 - 1938

Vermutlich Chefarzt des Gumpertz'schen SiechenhausesDr. med. Gustav Löffler

Nach dem plötzlichen Tod des Gumpertz'schen Chefarztes Jakob Meyer wurde vermutlich der stellvertretende leitende Arzt Gustav Löffler sein Nachfolger.

1929 - 1932

Architekt für den Anbau (Neubau) am Hinterhaus des Gumpertz'schen SiechenhausesMax (Ludwig Carl) Cetto

1929 - 1932

Fotos zum Gumpertz'schen Siechenhaus (Umbau des Hinterhauses), Deutsches Architekturmuseum, Sammlung Max Cetto, Nr. 419-025-000Cetto, Max

1929 - 1938

Vermietung des 'Vorderhauses' an die Stadt Frankfurt am Main für das Stadtgesundheitsamt

1929 pachtete die Stadt Frankfurt das Vorderhaus bzw. Hauptgebäude des Siechenhauses mit 90 Betten (Aufstockungskapazität: 120 Betten) für zunächst 20 Jahre. Dabei galt es, das Siechenhaus finanziell zu entlasten sowie auf Wunsch des Stadtgesundheitsamtes die städtische Krankenversorgung, etwa bei Epidemien, zu sichern. Dem Gumpertz´schen Siechenhaus verblieb das zweite kleinere Gebäude (Hinterhaus) mit 30 Betten, wobei die Stadt Frankfurt sich vertraglich zur Errichtung eines Anbaus verpflichtete.

1929

Das Gumpertz'sche Siechenhaus im 'Hinterhaus'

Seit der Vermietung seines Vorderhauses (Anschrift weiterhin Röderbergweg 62-64) im Jahre 1929 war das gesamte Gumpertz'sche Siechenhaus im Hinterhaus (in Richtung Henschelstraße und Ostbahnhof, spätere Anschrift: Danziger Platz 15) untergebracht.

07.11.1929

25-jähriges Dienstjubiläum als Verwalter des Gumpertz´schen SiechenhausesHirsch Hermann Seckbach

"Neben seiner aufopfernden, fürsorglichen Tätigkeit hat sich Herr Seckbach um die Gründung der ganz aus Stiftungen errichteten Anstaltssynagoge - deren künstlerische Eigenart bei Insassen und Besuchern eine weihevolle Stimmung auslöst - besonders verdient gemacht" (Anzeige im Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main, Heft 4, Dezember 1929).

1932 - 1938

Ehrendame des Gumpertz'schen SiechenhausesGertrude (Trude) Merzbach

1932 - 1938

Präsident des Gumpertz'schen Siechenhauses (Nachfolger des verstorbenen Julius Goldschmidt)Dr. jur. Richard Joseph Merzbach

1932

Abbildung zum Gumpertz'sches Siechenhaus (Hinterhaus, Gruppenfoto, 1932)Gumpertz'sches Siechenhaus - Hinterhaus (Personen)

Abbildung: Gumpertz'sches Siechenhaus - Hinterhaus (Personen)

Um 1932

Architekt der Renovierungsarbeiten am 'Vorderhaus' des Vereins Gumpertz'schen SiechenhausFranz Ambrosius Delcher

Franz Delcher war ein Frankfurter Architekt.

1933 - 1937

Nationalsozialistische Belegung des 'Vorderhauses'

Als Untermieter der Stadt Frankfurt belegten zwischen November 1933 und 1937 nacheinander die Feldjägerinspektion der Feldjägerei-Abteilung bei der Obergruppe V (Frankfurt am Main) der Sturmabteilung (SA), die 1. Polizeihundertschaft der Frankfurter Schutzpolizei sowie 'Hitler-Urlauber-Kameradschaften' (ältere 'verdiente' Nationalsozialisten: politische Leiter, SA- und SS-Männer) das 'Vorderhaus' - gegen den Willen des jüdischen Eigentümers, des Vereins Gumpertz'sches Siechenhaus.

Ende 1933 - 1941

Letzter Standort des Gumpertz'schen Siechenhauses (neue Anschrift des 'Hinterhauses')Danziger Platz 15, Frankfurt am Main

Um 1934 - 1937

Bewohner des Gumpertz'schen SiechenhausesMarkus Borgzinner

1934 war Markus Borgzinner noch in Aschaffenburg gemeldet. Danach zog der Neunzigjährige vermutlich NS-verfolgungsbedingt nach Frankfurt am Main und fand Aufnahme im Gumpertz'schen Siechenhaus.

Um 1934 - 07.04.1941

Bewohner des Gumpertz'schen SiechenhausesAron Geld

Im Zusammenhang mit der NS-Vertreibung seiner Familie wurde der Schüler Aron Geld vermutlich bereits 1933/34 Bewohner des Gumpertz'schen Siechenhauses. Die Unterbringung wurde vermutlich aus der jüdischen Gemeinde finanziert, von dort erhielt erhielt der begabte und fromme Jugendliche möglicherweise auch Unterstützung für seine Ausbildung zum Kantor und Vorbeter.

Um 1935 - 07.04.1941

Bewohner des Gumpertz'schen SiechenhausesMoritz Löwenstein

Um 1935 zog Moritz Löwenstein von Wieseneck nach Frankfurt am Main und fand Aufnahme im Gumpertz'schen Siechenhaus.

1936 - Um 01.1938

Bewohner des Gumpertz´schen SiechenhausesSalomon Goldschmidt

Salomon Goldschmidt wurde von 1936 bis 1938 im Gumpertz´schen Siechenhaus gepflegt. Am 17. Februar 1938 erschien in der Zeitschrift "Der Israelit" ein Nachruf: "Nach kurzem schweren Leiden verschied das frühere Vorstandsmitglied der Gemeinde Hochstadt Kreis Hanau, Salomon Goldschmidt. Der Heimgegangene, der vor zwei Jahren nach Frankfurt übersiedelte, war ein von tiefer Frömmigkeit erfüllter Jehudi [Jude, d.V.], der an vielen Schiurim [religiösen Unterweisungen, d.V.] mit Hingabe teilnahm und kaum einen Vortrag versäumte. Jahrzehntelang war Goldschmidt den umliegenden Landgemeinden seines früheren Wohnsitzes ein beratender, helfender und schützender Freund besonders in jüdischen Angelegenheiten. Dies brachte in einem ergreifenden Hesped (Trauerrede) in der Synagoge des Gumpertz'schen Siechenhauses - deren treuer Besucher der Verklärte war - Herr Provinzialrabbiner Dr. Gradenwitz zum Ausdruck, der ihn als rechtschaffenen Mann und aufrechten Juden bezeichnete, der stets in stilles Wohltätigkeit Erfüllung das Erhabenste und Beste erstrebte. Die Herren Rabbiner Wolpert, Rabbiner Korn und Hermann Seckbach schilderten ihn dann noch insbesondere in seiner Verbundenheit mit 'seiner' Kehilloh [Gemeinde, d.V.] Gumpertz und fanden hierbei innige Worte der Trauer. Möge sein Verdienst seiner gleichgesinnten Familie beistehen. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

1936 - 1945

Vorderhaus, 1. Etage: das Institut für Arbeitsgestaltung, für Altern und Aufbrauch e.V. (Prof. Dr. Ludolph Brauer)Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main / Institut für Aufbrauchkrankheiten

Das von dem Emeritus, Chirurg und bekannten Luftfahrtmediziner Prof. Dr. Ludolph Brauer gegründete Institut unterhielt jeweils eine Abteilung in Wiesbaden und in Frankfurt. Es widmete sich dem Erhalt und der Verbesserung der 'arischen' Arbeitskraft sowie berufsbedingten Alterskrankheiten, auch führte es Leistungsprüfungen durch und entwickelte Präventionsmaßnahmen. Kooperationspartnerin war die Deutsche Arbeitsfront (DAF).

1936

Literatur zum Gumpertz'schen SiechenhausGumpertz'sches Siechenhaus

1936

Literatur zum Gumpertz´schen SiechenhausGumpertz´sches Siechenhaus

1937

Literatur zum Gumpertz'schen Siechenhaus von Rabbiner Dr. Jakob HorovitzSorge für das Alter

Um 1938 - 28.03.1941

Bewohner des Gumpertz'schen SiechenhausesKaufmann Grünlaub

Um 1938 zog Kaufmann Grünlaub NS-verfolgungsbedingt von Dittlofsroda nach Frankfurt am Main, sehr wahrscheinlich zusammen mit seiner Tochter Lina Goldschmidt, dem Schwiegersohn Sally Goldschmidt und den beiden Enkelinnen Klara und Johanna, die in der Ostendstraße 62 gemeldet waren. Der über 80jährige Kaufmann Grünlaub fand Aufnahme im Gumpertz'schen Siechenhaus.

1938

Verkauf des Vorderhauses / Geriatrisches Krankenhaus RöderbergheimRöderbergweg 62-64, Frankfurt am Main

1938 erfolgte unter NS-Bedingungen der Verkauf des Vorderhauses des Gumpertz´schen Siechenhauseses über die Stadt Frankfurt an das Hospital zum Heiligen Geist (Schiebler 1994). Nach der Darstellung (leider ohne Quellenangabe) von Müller/Schembs 2006 wurde das Siechenhaus "1931 [gemeint ist 1938, d.V.] vom Magistrat dem Stadtgesundheitsamt überwiesen und gleichzeitig das Pflegamt des Hospitals zum Heiligen Geist ersucht, Einrichtung und Betriebsführung zu übernehmen. Dies kam der Stiftungsleitung [des Hospitals zum Heiligen Geist, d.V.] durchaus gelegen, da Unterbringungsmöglichkeiten für chronisch Kranke und Sieche fehlten. Aus Kostengründen zögerte das Pflegamt zunächst, erst als die Stadt eine Kostendeckungszusage gab, übernahm die Stiftung das Haus. So wurde daraus 1939 das geriatrische Krankenhaus Röderbergheim."

Um 10.1938 - 07.04.1941

Tätigkeit im Gumpertz'schen SiechenhausRita Hamburger

Rita Hamburger gehörte bis zur NS-Zwangsräumung des 'Hinterhauses' zum Personal des Gumpertz'schen Siechenhauses.

Um 1939 - 07.04.1941

Hausangestellte und Pflegerin im Gumpertz'schen SiechenhausAnni (Anny) Margot Gold

Bis zur Zwangsräumung des Gumpertzschen Siechenhauses (Hinterhaus) am 7. April 1941 war Anni Gold dort als Hausangestellte und Pflegerin tätig.

Um 1939 - 07.04.1941

Köchin und vermutlich auch Pflegerin im Gumpertz'schen SiechenhausZilla Reiß (Reiss)

Um 1939 zog Zilla Reiß NS-verfolgungsbedingt nach Frankfurt am Main und arbeitete bis zur NS-Zwangsräumung des 'Hinterhauses' im Gumpertz'schen Siechenhaus.

Um 1939

Krankenschwester im Gumpertz´schen SiechenhausPaula Ring

Am 2. März 1938 zog Paula Ring von Hörstein nach Frankfurt am Main. Dort kam sie als Krankenschwester im Gumpertz´schen Siechenhaus unter. Ihrem Ehemann gelang 1939 die Flucht nach Amerika.

24.07.1940

Frieda Fröhlich und Sohn ziehen nach Frankfurt am MainFrieda Fröhlich

Frieda Fröhlich und ihr Sohn Walter kommen in der Danziger Straße 15 (Gumpertz'sches Siechenhaus) unter.

28.09.1940

NS-Auflösung der Stiftung für das Gumpertz´sche Siechenhaus

Der Verein Gumpertz'sches Siechenhaus wurde als 'Gumpertz´sches Siechenhaus und Minka von Goldschmidt-Rothschild-Stiftung' am 28. September 1940 in den Zwangsverband 'Reichsvereinigung der Juden in Deutschland' eingegliedert.

15.11.1940 - 07.04.1941

Pflegerin im Gumpertz'schen SiechenhausCornelie (Cornelia) Butwies

Bis zur NS-Zwangsräumung des 'Hinterhauses' am 7. April 1941 pflegte Cornelie Butwies im Gumpertz'schen Siechenhaus. Laut Hausstandsbuch wohnte im Siechenhaus mit Rosa Butwies geb. Bodenheimer (14.05.1864 Wiesloch bei Heidelberg - 27.02.1942 Frankfurt a.M.) möglicherweise die Mutter von Cornelie Butwies; sie war ebenfalls von der Zwangsräumung betroffen und verstarb vermutlich im Krankenhaus Gagernstraße.

07.04.1941

Zwangsräumung des Gumpertz'schen Siechenhauses und Zwangsverlegung in das Krankenhaus GagernstraßeKrankenhaus der Israelitischen Gemeinde

Am 07.04.1941 wurden die Bewohner/innen vom 'Hinterhaus' Danziger Platz 15 in das Frankfurter jüdische Krankenhaus (Gagernstraße 36) verlegt.

01.10.1941

'Übergabe' des Gumpertz´schen Siechenhauses ('Hinterhaus') an die Stadt Frankfurt am MainDanziger Platz 15, Frankfurt am Main

1942

Beauftragter der Reichsvertretung der Juden in Deutschland beim Verkauf des Gumpertz'schen Siechenhauses ('Hinterhaus')Arthur Kauffmann

1942

Informationen zum Gumpertz'schen Siechenhaus (Akte)Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main / Gutachterausschuss Danziger Platz 15

Um 1942

Nutzung des zwangsgeräumten 'Hinterhauses' durch eine Frontleitstelle der Frankfurter Kommandantur sowie einer Lehrküche der Luftwaffe

Zusätzlich planten die Behörden eine Nutzung des 'Hinterhauses' zu Krankenhauszwecken.

10.06.1942

Verkauf des Gumpertz'schen Siechenhauses ('Hinterhaus') an die Stadt Frankfurt am Main

Am 10. Juni 1942 musste die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, vertreten durch Arthur Kauffmann (Rechtsanwalt und Notar der Frankfurter jüdischen Gemeinde), die so genannte 'Restliegenschaft' ('Hinterhaus') des Gumpertz'schen Siechenhauses am Danziger Platz 15 an die Stadt Frankfurt verkaufen; die Kaufsumme betrug 155.440,- RM.

1944

Verlegung der (nichtjüdischen) Betreuten aus dem Röderbergheim (ehemaliges 'Vorderhaus')Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main - Magistratsakten: Fliegerangriffe

Wegen der alliierten Luftangriffe wurden die (nichtjüdischen) Betreuten in andere Einrichtungen verlegt: die chronisch Kranken in die Lange Straße (Hospital zum Heiligen Geist), die Siechen in das Waldkrankenhaus Köppern (bei Friedrichsdorf (Taunus).

Seit 25.09.1956

Weitere Nutzung des Standorts Röderbergweg 62-64, Frankfurt am Main

1956 wurde auf dem Gelände des Röderbergwegs 72-92 (bald darauf geändert in Nr. 82) das August-Stunz-Zentrum, eine Altenpflegeeinrichtung der Arbeiterwohlfahrt, errichtet. Das ehemalige Gumpertz'sche Siechenhaus im Röderbergweg 62-64 blieb nach Auskunft von Annette Handrich (ISG Ffm) noch viele Jahre unverändert bestehen. Sein Abriss um 1981 schuf Platz für einen größeren (1983 fertiggestellten) Anbau an das August-Stunz-Heim.

1975

Ansicht des ehemaligen Gumpertz'schen Siechenhauses, fotografiert von Klaus Meier-UdeGumpertz'sches Siechenhaus - Gebäude

Abbildung: Gumpertz'sches Siechenhaus - Gebäude

1978

Bibliographie (S. 135-136) zum Gumpertz'schen SiechenhausBibliographie zur Geschichte der Frankfurter Juden 1781 - 1945

2003

Literatur zum Gumpertz'schen Siechenhaus (S. 70f.)Charles Hallgarten

08.2008

Röderbergweg 62-64Röderbergweg 62-64, heute

Abbildung: Röderbergweg 62-64, heute

Fotografie der Front. Ehemaliges Grundstück des Gumpertz'schen Siechenhauses. Heute Nr. 82. Seit 1956 das August-Stunz-Zentrum, eine Altenpflegeanlage der Arbeiterwohlfahrt.

08.2008

Röderbergweg 62-64, heuteRöderbergweg 62-64, heute

Abbildung: Röderbergweg 62-64, heute

Von gegenüber fotografiert. Ehemaliges Grundstück des Gumpert'schen Siechenhauses. Heute Nr. 82, seit 1956 Standort des August-Stunz-Zentrum, eine Altenpfelgeanlage der Abeiterwohlfahrt.

2013

Literatur zur jüdischen Spiritualität in der PflegeSpiritualität in der Pflege

2014

Literatur zum Gumpertz'schen Siechenhaus"Glück im Hause des Leids"

25.06.2015

Enthüllung einer Gedenktafel für das Gumpertz'sche Siechenhaus

Im Rahmen einer Gedenkveranstaltung des AWO Kreisverbands Frankfurt a.M., der Frankfurt University of Applied Sciences und des Vereins zur Förderung der historischen Pflegeforschung e.V., Frankfurt a.M., wurde am 25. Juni 2015 eine Gedenktafel für das Gumpertz'sche Siechenhaus enthüllt. Die Gedenktafel befindet sich im Eingangsbereich des August-Stunz-Zentrums im Röderbergweg 82.

25.06.2015

Gedenktafel für das Gumpertz'sche Siechenhaus, eingeweiht am 25. Juni 2015Gumpertz'sches Siechenhaus - Gedenktafel

Abbildung: Gumpertz'sches Siechenhaus - Gedenktafel

Seit 25.06.2015

Standort: Röderbergweg 82 (Eingangsbereich des August-Stunz-Zentrums)Gumpertz'sches Siechenhaus

Bis 07.04.1941

Aufenthalt im Gumpertz'schen Siechenhaus (verfolgungsbedingt? Teil des Personals?)Friederike Reinheimer

Bis 07.04.1941

Aufenthalt im Gumpertz'schen Siechenhaus (vermutlich NS-verfolgungsbedingt, vermutlich Personal)Mathilde Flora Schlesinger

Zusammen mit ihrem Ehemann Alfred wohnte Mathilde Schlesinger bis zur Zwangsräumung des 'Hinterhauses' möglicherweise NS-verfolgungsbedingt im Gumpertz'schen Siechenhaus und gehörte dort vermutlich zum Personal.

Bis 07.04.1941

Aufenthalt im Gumpertz'schen Siechenhaus (vermutlich NS-verfolgungsbedingt, vermutlich Personal)Martha Neuhaus

Bis 05.03.1941

Aufenthalt im Gumpertz'schen Siechenhaus (vermutlich NS-verfolgungsbedingt, vermutlich Personal)Bertha (Berta) Bernhard (Bernhardt)

Bis 07.04.1941

Aufenthalt im Gumpertz'schen Siechenhaus (vermutlich NS-verfolgungsbedingt, vermutlich Personal)Alfred Schlesinger

Zusammen mit seiner Ehefrau Mathilde wohnte Alfred Schlesinger bis zur Zwangsräumung des 'Hinterhauses' möglicherweise NS-verfolgungsbedingt im Gumpertz'schen Siechenhaus und gehörte dort vermutlich zum Personal.

Bis 07.04.1941

Aufenthalt im Gumpertz'schen Siechenhaus (vermutlich Personal)Hedwig Goldschmidt

Hedwig Goldschmidt wohnte bis zur Zwangsräumung des 'Hinterhauses' am 7. April 1941 vermutlich NS-verfolgungsbedingt im Gumpertz'schen Siechenhaus. Dort gehörte sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Personal.

Bis 1941

Bewohner des Gumpertz'schen SiechenhausesMeier Goldbach

Meier Goldbach war verwitwet und alleinstehend.

Bis 1941

Bewohner des Gumpertz'schen SiechenhausesLeopold Stern

Bis 1941

Bewohnerin des Gumpertz'schen SiechenhausesHedwig Oppenheimer

Bis 1941

Bewohnerin des Gumpertz'schen SiechenhausesElla Rosenthal

Bis 1941

Bewohnerin des Gumpertz'schen SiechenhausesEugenie Kohlmann

Bis 1941

Bewohnerin des Gumpertz'schen SiechenhausesPeppi Götz

Bis 1941

Bewohnerin des Gumpertz'schen SiechenhausesJeannette Ephrosi

Bis 1941

Bewohnerin des Gumpertz'schen SiechenhausesJulie Bernhard

Bis 1941

Bewohnerin (und möglicherweise Mitarbeiterin) des Gumpertz'schen SiechenhausesJenny Ofen

Bis 1938

Förderer des Gumpertz´schen SiechenhausesAlbert von Goldschmidt-Rothschild

Bis 1938

Förderer des Gumpertz´schen SiechenhausesRudolf (Rudolph) von Goldschmidt-Rothschild

Bis 1938

Förderer des Gumpertz´schen SiechenhausesErich von Goldschmidt-Rothschild

Bis 1938

Förderin des Gumpertz´schen SiechenhausesLucy (Lucie) Georgine Leontine Spiegl

Bis 07.04.1941

Gehörte vermutlich zum Personal des Gumpertz'schen SiechenhausesKlara Levi

Bis 07.04.1941

Hausangestellte im Gumpertz´schen SiechenhausRachel (Rahel) Kaplan

Rachel Kaplan war bis zur Zwangsräumung des 'Hinterhauses' am 7. April 1941 im Gumpertz'schen Siechenhaus tätig.

Bis 07.04.1941

Köchin im Gumpertz'schen SiechenhausKlara Strauß

Bis zur NS-Zwangsräumung des 'Hinterhauses' am 7. April 1941 wohnte Klara Strauß im Gumpertz'schen Siechenhaus.

Bis 07.04.1941

Krankenpflegerin im Gumpertz'schen Siechenhaus (zugleich Wohnsitz)Rachel (Rina) Mingelgrün

Bis 07.04.1941

Pflegekraft im Gumpertz'schen SiechenhausEdith Appel

Wegen der NS-Zwangsräumung des 'Hinterhauses' musste auch Edith Appel das Gumpertz'sche Siechenhaus verlassen.

Bis 07.04.1941

Pförtner im Gumpertz'schen SiechenhausLeopold (Leo) Lion

Bis zur NS-Zwangsräumung des 'Hinterhauses' am 7. April 1941 war Leopold Lion als Pförtner im Gumpertz'schen Siechenhaus tätig.

Notizen

Archivalien: ISG Ffm: Magistratsakten 8.957Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main / Magistratsakten

Informationen zum Gumpertz´schen Siechenhaus enthält der Bestand des Instituts für Stadtgeschichte Frankfurt am Main: Magistratsakten Sign. 8.957: Städtische Krankenanstalten: Ermietung des Gumpertz´schen Siechenhauses zur Unterbringung von Kranken und Weiterverpachtung an die Feldjägerei (1930–1938).

Archivalien: ISG Ffm: Magistratsakten Sign. 8.958Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main / Magistratsakten

Informationen zum Gumpertz´schen Siechenhaus enthält der Bestand des Instituts für Stadtgeschichte Frankfurt am Main: Magistratsakten Sign. 8.958: Röderbergheim ehem. Gumpertz´sches Siechenhaus [1939–1945], ebenso die Magistratsakten Sign. 8.756 sowie Sign. T/ 3.028 (Tiefbau- und Hochbauamt, 1904, 1916).

Archivalien: ISG Ffm: Wohlfahrtsamt Sign. 877Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main / Wohlfahrtsamt

Informationen zum Gumpertz´schen Siechenhaus enthält der Bestand des Instituts für Stadtgeschichte Frankfurt am Main: Wohlfahrtsamt Sign. 877 (1893–1928): Magistrat, Waisen- und Armen-Amt Frankfurt a.M.

Archivalie: Sign. 146: Minka von Goldschmidt-Rothschild-Stiftung (1939-1940)Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main / Stiftungsabteilung

Archivalie: Sign. 157: Verein Gumpertz´sches SiechenhausInstitut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main / Stiftungsabteilung

Informationen zum Gumpertz´schen SiechenhausInstitut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main (Homepage)

Literatur zum Gumpertz´schen SiechenhausJuden im Frankfurter Osten 1796 bis 1945

Literatur zum Gumpertz´schen SiechenhausStiftungen in Frankfurt am Main