Jüdische Pflege- geschichte

Jewish Nursing History

Biographien und Institutionen in Frankfurt am Main

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Dr. med. Simon Kirchheim

Chronik

05.06.1843

Geburtsdatum / Familienherkunft

Der Frankfurter Arzt Dr. Simon Kirchheim war nicht nur ein erfolgreicher Chirurg und Geburtshelfer, sondern auch engagierter Förderer einer professionellen jüdischen Krankenpflege. Er wurde am 5. Juni 1843 in Frankfurt am Main geboren und entstammte einer angesehenen, sozial engagierten jüdischen Familie. Nach dem frühen Tod seiner Mutter erzog ihn der Vater, der Bankier, Privatgelehrte und Philantrop Raphael (Simon) Kirchheim (1804-1889). Sein Onkel, der Geschäftsmann Moses Jachiel Kirchheim, gründete 1876 die wohltätige M. J. Kirchheim´sche Stiftung. Simon Kirchheim lebte in einer glücklichen Ehebeziehung, die aber kinderlos blieb.

24.06.1865

Zulassung in Frankfurt am Main

Nach seinem Medizinstudium in Marburg, Würzburg, Prag und Wien promovierte Simon Kirchheim 1864 in Würzburg. In Frankfurt am Main wurde er per Senatsbeschluss vom 14. Juni 1865 zur Chirurgie und Geburtshilfe zugelassen. Er war Assistenzarzt von Dr. med. Franz Bärwindt (1855-1919), dem Chefarzt des Militärlazaretts.

09.1865

Engagement im Frankfurter Ärzteverein

Im September 1865 trat Simon Kirchheim dem Frankfurter Ärzteverein bei. 1885 übernahm er den Vorsitz.

1870 - 1871

Deutsch-Französischer Krieg

Während des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870/71 war Simon Kirchheim als Arzt der Militärbaracken (Cholera, Blattern) auf der Pfingstweide (heute Pfingstweidstraße im Frankfurter Ostend) tätig.

1877 - 1908

Leitender Arzt (Chefarzt) der Inneren StationHospital der Israelitischen Gemeinde

Seit 1877 leitete Simon Kirchheim erfolgreich die Innere Station des Hospitals der Israelitischen Gemeinde in Frankfurt am Main. 1908 musste er diese Stellung aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Den Titel eines Sanitätsrats hatte er abgelehnt.

1878 - 1915

Kommunalpolitisches Engagement

Simon Kirchheim amtierte von 1878 bis 1908 als Frankfurter Stadtverordneter, danach bis zu seinem Tod im Jahre 1915 als unbesoldeter Stadtrat.

1881 - 1882

Ausbilder am Königswarter HospitalRosalie Jüttner

1883 unterstützte Dr. Simon Kirchheim, Chefarzt des Hospitals der Frankfurter jüdischen Gemeinde ("Königswarter Hospital"), das Gremium der Versorgungsanstalt als Assessor (Beisitzer).

1883

Tätigkeit für das Krankenhaus der Israelitischen KrankenkassenKrankenhaus der Israelitischen Krankenkassen

1883 war Simon Kirchheim auch für das Krankenhaus der Israelitischen Krankenkassen tätig.

1886 - 1908

Kollegen und Förderer der beruflichen jüdischen KrankenpflegeSanitätsrat Dr. med. Alfred Günzburg

Mitte 1889 - 1890

PflegeausbildungMinna Hirsch

Minna Hirsch wurde vom leitenden Arzt der Inneren Station des Hospitals der Israelitischen Gemeinde, Simon Kirchheim, und dessen Assistenten Theophil Jaffé "etwa ein Jahr lang theoretisch und praktisch geschult und war anschließend im Krankenhaus und in der Privatpflege tätig".

1893

Gründer des Frankfurter jüdischen SchwesternvereinsVerein für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt am Main

Simon Kirchheim war Mitinitiator, Gründer und erster Vorsitzender des Frankfurter jüdischen Schwesternvereins. In Deutschland schränkte das "Preußische Vereinsgesetz" die Möglichkeiten für Frauen, selbst Vereine zu gründen und zu leiten, bis 1908 erheblich ein.

1894

Mitglied der Anstaltsdeputation

Seit 1894 war Simon Kirchheim Mitglied der Frankfurter Anstaltsdeputation. 1909 übernahm er den Vorsitz. In diesem Zusammenhang unternahm er viele Auslandsreisen bis nach Amerika und besichtigte die dortigen Krankenhäuser.

1895 - 1908

Kollegen und Förderer der beruflichen jüdischen KrankenpflegeSanitätsrat Dr. med. Adolf Deutsch

04.09.1904

Gastgeber der 1. Delegiertenversammlung der deutsch-jüdischen Ausbildungsvereine der KrankenpflegeDelegierten-Versammlung der Vereinigungen zur Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen in Deutschland

Am 4. September 1904 berief Simon Kirchheim in Frankfurt die erste reichsweite Delegiertenversammlung der Vereinigungen zur Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen ein; er amtierte zugleich als 2. Vorsitzender der Versammlung.

27.04.1915

Todestag

Nach einem arbeitsreichen und erfüllten Leben starb Simon Kirchheim am 27. April 1915 in Frankfurt am Main.

1936

Literatur zu Simon KirchheimSiebenhundert Jahre Heilkunde in Frankfurt am Main

1983

Literatur zu Simon und Raphael Kirchheim (Vater)Die Geschichte der Frankfurter Juden seit der Französischen Revolution [3]

1994

Literatur zu Simon KirchheimFrankfurter Biographie [1]

2017

Grabstein von Dr. Simon Kirchheim auf dem Jüdischen Friedhof Rat-Beil-Straße, Ansicht 1, 19.12.2017Kirchheim, Simon - Grab Ansicht 1

Abbildung: Kirchheim, Simon - Grab Ansicht 1

2017

Grabstein von Dr. Simon Kirchheim auf dem Jüdischen Friedhof Rat-Beil-Straße, Ansicht 2, 19.12.2017Kirchheim, Simon - Grab Ansicht 2

Abbildung: Kirchheim, Simon - Grab Ansicht 2

01.05.2018

Informationen zur Frankfurter jüdischen Familie Kirchheim (letzter Aufruf der Online-Datenbank am 01.05.2018)Museum Judengasse Frankfurt am Main / Infobank