Jüdische Pflege- geschichte

Jewish Nursing History

Biographien und Institutionen in Frankfurt am Main

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Budge-Heim: Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Meschen, Gebäude

  • Von 1930 bis 1939 wohnten hier jüdische und nichtjüdische alte Menschen gemeinsam in einem Haus.

Chronik

05.03.1928

Offizieller Beginn der Projektarbeit am Altersheim

Der Frankfurter Magistrat gab sein Einverständnis zum Beginn der Projektarbeit an einem Altersheim. Ein wesentlicher Teil der Finanzierung sollte durch die Henry und Emma Budge-Stiftung erfolgen.

Mitte 1928

Finanzierung des AltersheimsBudge-Heim: Henry und Emma Budge-Stiftung

Der Bauplatz für das Altersheims wurde vom städtischen Siedlungsamt im Erbbauvertrag bereitgestellt. Zu finanzieren waren rund 900.000 RM an Baukosten. Davon trug die Stiftung 250.000 RM. Die Stadt übernahm die selbstschuldnerische Bürgschaft für ein Darlehen über 350.000 RM durch die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte. Darüberhinaus brachte die Stadt eine Hauszinssteuerhypothek von 400.000 RM auf. Die Verwaltung und der Betrieb des Heims gingen ebenfalls zu Lasten der Stadt.

03.09.1928

Entscheidung des ArchitekturwettbewerbsMart Stam

Unter dem Vorsitz des Stadtbaurats Ernst May trat das Preisgericht (Elsaesser, Thyriot, Roeckle, Haesler u.a.) zusammen und verlieh den ersten Preis an das Architektenquartett Ferdinand Kramer, Erika Habermann, Mart Stam und W.M. Moser.

31.10.1928

Preisverteilung wird geändert

Da zum Zeitpunkt der Ausschreibung des Wettbewerbs nicht alle Preisträger in Frankfurt am Main ansässig waren, wurde der Preis aberkannt. Den ersten Preis erhielt nun Karl Blattner. Trotz der Neuverteilung der Preise beschloss das Preisgericht den ursprünglich prämierten Entwurf auszuführen.

04.07.1929

Grundsteinlegung

Zur Grundsteinlegung des alten "Budge-Heims" auf dem Grundstück Edingerweg 9 vergrub man eine Urkunde, die bis heute nicht aufgefunden wurde (Stand 1972).

Abbildung: Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen

Abbildung: Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen

1930

Balkone am Budge-HeimBalkone

Abbildung: Balkone

Die Balkone wirkten durch Trennscheiben individualisierend, waren aber auch transparent, damit kommuniziert werden konnte.

Abbildung: Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen

Abbildung: Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen

Vermutlich 1928, im Rahmen des Architekturwettbewerbs, entstandene Entwurfszeichung.

Abbildung: Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen

1930

Grundriss der Küche mit ArbeitsablaufHenry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen

Abbildung: Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen

Abbildung: Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen

Neben den Einzimmerwohnungen, die die Mehrzahl der Wohnungen ausmachten, gab es einige Zweizimmerwohnungen, von denen hier eine dargestellt ist.

Abbildung: Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen

Abbildung: Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen

Der heute restaurierte Vorraum des Heims, wie auch der Speisesaal mit Durchreiche, ist auf der Internetseite des Landesamt für Denkmalpflege Hessen zu sehen: Ein "Rentnerhotel" des Neuen Bauens

Abbildung: Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen

Der heute restaurierte Vorraum des Heims, wie auch der Speisesaal mit Durchreiche, ist auf der Internetseite des Landesamt für Denkmalpflege Hessen zu sehen: Ein "Rentnerhotel" des Neuen Bauens

1930

Waschnische in einem Zimmer des Budge-HeimsHenry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen

Abbildung: Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen

Anfang 06.1930

Einweihung des Budge-Heims

Anfang Juni 1930 wurde das 830.000 Mark teure, durch die Firma Philipp Holzmann AG erbaute, Heim für alte Menschen eingeweiht.

Seit 12.06.1930

Edingerweg 9Frieda Levy

Seit dem 12. Juni 1930 lebte Frau Levy im Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen.

1931

Ella Bergmann-Michel dreht den Film "Wo wohnen alte Leute"

Über das Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende Menschen entstand 1931 der Dokumentarfilm "Wo wohnen alte Leute".

04.02.1944

Durch Bombentreffer schwer beschädigt

Im Februar 1944 beschädigte ein Bombentreffer das Gebäude schwer. Der zentrale Querbau wurde zerstört. (Mündliche Auskunft von Herrn Picard, Institut für Stadtgeschichte).

Um 1945

Das Heim erhält einen Tarnanstrich

In den letzten Kriegstagen erhielt das Gebäude des Heims einen Tarnanstrich. (Auskunft von Herrn Picard vom Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, auf Grund einer Malerrechnung im Stadtarchiv).

Das "Heim am Dornbusch" wurde durch Luftangriffe stark beschädigt. Die (christlichen) Bewohner/innen wurden in andere Häuser im Stadtgebiet verlegt, dann nach Bad Salzhausen evakuiert und schließlich im Schloß Wächtersbach untergebracht.

Mitte 1945 - 1955

Die Amerikaner im ehemaligen Heim im EdingerwegDas Neue Frankfurt, Budge-Heim als Titel

Die Amerikaner nutzten nach dem Krieg das ehemalige Heim im Edingerweg als Zahnklinik für das V. Armeecorps.

1995 - 1997

Leerstand des Gebäudes

Seit 1997

Das Gebäude im Edingerweg heuteEin "Rentnerhotel" des Neuen Bauens

Seit 1997

Heute

Nach 1997, das genaue Datum muss noch recherchiert werden, übernahm die GbR Seniorenwohnanlage Grünhof Kurt Altmann das Gebäude und richtete wieder eine Altenheim ein.

09.11.2011

Eröffnung der Gedenkstätte der Henry und Emma Budge-StiftungBudge-Heim: Gedenkstätte der Henry und Emma Budge-Stiftung

2007 konnten Mitarbeiter der Henry und Emma Budge-Stiftung die Bewohnerliste des alten Budge-Heims im Edingerweg im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main auffinden. Aus der Liste konnten 23 ehemalige Bewohner ausfindig gemacht werden, die den nationalsozialistischen Terror nicht überlebten. Nach Diskussionen im Heim, insbesondere im stiftungsinternen Arbeitskreis "Erinnern und Gedenken" wurde 2008 der Beschluss gefasst eine Gedenkstätte auf dem Gelände der Budge-Stiftung zu errichten. 23 asymmetrisch gestaltete Stelen aus Basalt symbolisieren heute diejenigen, derer gedacht wird. Es gibt eine metallene Gedenktafel mit ihren Namen in lateinischer und hebräischer Schrift. "Bänke aus Gabionen - mit blauem Glasbruch gefüllte rechteckige Drahtkörbe - haben eine hölzerne Auflage und laden zum Verweilen und stillen Gedenken ein. Lichtquellen als Sinnbild alles Fließenden und rankendes Efeu ergänzen als weitere Element die Anlage. Eine Tamariske, ein bereits in der Bibel erwähnter Baum, ist ein weiterer zentraler Ort der Gedenkstätte. Dessen Pflegebedarf reicht in die Zukunft." (Der Arbeitskreis 'Erinnern und Gedenken' der Henry und Emma Budge-Stiftung im Flyer, herausgegeben zur Eröffnung der Gedenkstätte).