Jüdische Pflegegeschichte / Jewish Nursing History

// Biographien und Institutionen in Frankfurt am Main

Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde, Institution

Um 1874 - 1914

InstitutionengeschichteHospital der Israelitischen Gemeinde

Um 1874 wurde das Krankenhaus der Frankfurter jüdischen Gemeinde als "Königswarter Hospital" gegründet. Erster Standort war Grüner Weg 26, 1879 umbenannt in Königswarterstraße 26.

1911 - 1914

Architekt des Frankfurter jüdischen KrankenhausesFriedrich (Fritz) Xaver Voggenberger

Gemeinsam mit seinem Kollegen Franz Roeckle realisierte Fritz Voggenberger von 1911 bis 1914 den Bau des neuen Frankfurter jüdischen Krankenhauses mit Schwesternhaus in der Gagernstraße.

1911 - 1914

Architekt des Frankfurter jüdischen KrankenhausesFranz Roeckle

Gemeinsam mit seinem Kollegen Fritz Voggenberger realisierte Franz Roeckle von 1911 bis 1914 den Bau des neuen Frankfurter jüdischen Krankenhauses mit Schwesternhaus in der Gagernstraße. Der international gefragte Architekt gehörte in den 1920er Jahren zu den reformorientierten Gestaltern des "Neuen Frankfurt" um Ernst May. In Frankfurt konzipierte er u.a. die Westend-Synagoge, das Institut für Sozialforschung der "Frankfurter Schule" sowie die "Heimatsiedlung".

1914 - 1923

Leitender Arzt der PoliklinikenSanitätsrat Dr. med. Adolf Deutsch

1914 - 1925

Krankenschwester in Frankfurt am MainMargarete (Grete, Gretchen) Adelsheimer

Mit Unterbrechungen arbeitete Margarete Adelsheimer (Grete Seligmann) von 1914 (Ausbildung) bis vermutlich 1925 (Heirat) im Frankfurter jüdischen Krankenhaus.

1914 - Um 1925

Oberin am Frankfurter jüdischen KrankenhausMinna Hirsch

Ihre leitende Tätigkeit als Oberin setzte Minna Hirsch in der Nachfolgeeinrichtung des "Königswarter Hospitals", dem Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde, erfolgreich fort.

1914 - 1935

Chefarzt der Inneren Abteilung des Frankfurter jüdischen KrankenhausesSanitätsrat Dr. med. Alfred Günzburg

Seine Position als Chefarzt der Inneren Abteilung übte Alfred Günzburg auch in der Nachfolgeinstitution des 'Königswarter Hospitals', dem Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main (Gagernstraße), aus.

Seit 1914

Krankenschwester am Jüdischen KrankenhausSara (Sarah) Adelsheimer

Nach der Eröffnung des neuen Jüdischen Krankenhauses in der Gagernstraße war Sara Adelsheimer dort weiterhin tätig. Vermutlich schied sie kurz vor ihrer Emigration aus.

1914

Krankenstationen im HauptgebäudeKrankenhaus der Israelitischen Gemeinde

Im Erdgeschoss waren die chirurgische und gynäkologische Abteilung untergebracht, im ersten Obergeschoss die medizinische Abteilung (Röntgen, Hals-Nasen-Ohren, Augen), außerdem ein Kindersaal und ein Säuglingszimmer. Im zweiten Obergeschoss befand sich die Abteilung für Privatpatienten.

Um 1914

Pflege im Frankfurter jüdischen Krankenhaus GagernstraßeRuth Lessner

1914 wurde das moderne Schwesternhaus nahe des neuen Krankenhauses der israelitischen Gemeinde bezogen. Es sollte 60 Schwestern und Schülerinnen beherbergen. Das Gebäude wurde nach Plänen des Architekten Franz Roeckle errichtet. Das alte Schwesternhaus im Bornheimer Landwehr 85 übernahm die jüdische Gemeinde.

Um 05.1914

Fertigstellung des neuen KrankenhausesKrankenhaus der Israelitischen Gemeinde

Nach einer etwa dreijährigen Bauphase wurde das neue Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde im Mai 1914 fertig gestellt. Die moderne Pflegeeinrichtung umfasste Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie, Geburtshilfe, Urologie, Hals-, Nasen- Ohren- und Augenkrankheiten. Die Bettenzahl betrug 200.

17.05.1914 - 10.1942

Standort / Dauer der EinrichtungGagernstraße 36, Frankfurt am Main

Das Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde in der Gagernstraße 36 wurde auch Jüdisches Krankenhaus genannt. Es bestand vom 17. Mai 1914 bis zur NS-Zwangsschließung im Oktober 1942.

1915 - 1920

Leiter der gynäkologischen AbteilungDr. Arnold Baerwald

Von 1915 bis zu seinem Tod 1920 leitete Arnold Baerwald die gynäkologische Abteilung des Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde. Während des Ersten Weltkriegs tat er zudem Dienst in Frankfurter Reservelazaretten.

Um 1915 - Um 1920

Schwester im jüdischen Krankenhaus GagernstraßeOttilie Winter

Um 1916 - 1942

Tätigkeit als KrankenschwesterPaula Block

Paula Block pflegte im Frankfurter Jüdischen Krankenhaus, bis 1922 auch in Pforzheim. Zuletzt lebte sie im Frankfurter jüdischen Schwesternhaus - ihre letzte Adresse vor der Deportation.

1918 - 1942

Letzte Wohnadresse: das Frankfurter jüdische KrankenhausIda Elise Holz

Nach dem Ersten Weltkrieg pflegte Ida Holz, die unverheiratet blieb, vermutlich wieder im Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde Frankfurt. Nach ihrer Pensionierung hatte sie Wohnrecht im jüdischen Schwesternhaus. Als die Nazis das Gebäude zwangsräumten, musste Ida Holz zusammen mit ihren Kolleginnen in das Krankenhaus umziehen - die letzte Wohnadresse vor der Deportation.

Um 1918 - 1942

"Schwester Miriam"Martha Miriam Sachs

Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Martha Miriam Sachs viele Jahre lang im Zentrallabor des Frankfurter jüdischen Krankenhauses. Für die Patientinnen und Patienten war sie "Schwester Miriam".

Mitte 11.1918

Rückkehr nach FrankfurtJulie Glaser

Seit Mitte November 1918 tat Julie Glaser wieder Dienst am Frankfurter jüdischen Krankenhaus.

1919

Oberschwester der Privatabteilung im Frankfurter jüdischen KrankenhausBlondine (Blandina) Brück

1919

Pflege im Frankfurter jüdischen Krankenhaus GagernstraßeJenny Cahn

1919

Pflege im Frankfurter jüdischen Krankenhaus GagernstraßeRahel (Recha) Wieseneck

1919

Pflege im Frankfurter jüdischen Krankenhaus GagernstraßeBella Peritz

1919

Tätigkeit als KrankenschwesterJustine Berliner

1919 pflegte Justine Berliner im Frankfurter Jüdischen Krankenhaus.

08.1919

Kooperationsvertrag mit dem Krankenhaus GagernstraßeKrankenhaus der Israelitischen Krankenka...

Insbesondere nach der Eröffnung des neuen modernen Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde in der Gagernstraße nahm die Belegung des Krankenhauses der Israelitischen Krankenkassen rapide ab. Ein Umbau der veralteten Anlage in der Rechneigrabenstraße oder gar ein Neubau kam finanziell nicht in Frage. Im August 1919 leitete die Mitgliederversammlung der Kassen deshalb einen Vertrag mit dem Krankenhaus Gagernstraße in die Wege: Fortan stand den Mitgliedern das Recht zu, sich auf Kosten der Kassen im Krankenhaus Gagernstaße behandeln zu lassen. Das Doppelhaus der Kassen wurde fortan als Altersheim für bedürftige allein stehende Mitglieder der jüdischen Gemeinde genutzt, die gegen Erstattung der Selbstkosten Aufnahme fanden.

Um 1921 - Um 1941

Oberschwester in der Chirurgischen AbteilungRosa (Rosalie) Spiero

Vermutlich war Rosa Spiero bis zu ihrer erzwungenen Emigration als Oberschwester im Frankfurter jüdischen Krankenhaus tätig.

28.09.1921

Einzug in das Jüdische Krankenhaus GagernstraßeMeta Conrath

Seit dem 28. September 1921 war die evangelische Krankenschwester Meta Conrath in der Gagernstraße 36 gemeldet; zuvor wohnte sie in Dörnigheim (heute Stadtteil von Maintal, Main-Kinzig-Kreis, Hessen).

1922 - Um 1935

Chefarzt der Chirurgischen AbteilungDr. med. Emil Altschüler

Um 1924

Ankunft in Frankfurt am Main?Paula Geismar

In Frankfurt am Main lernte und arbeitete Paula Geismar vermutlich im Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde.

08.12.1924

Kontroverse um KrankenhausbelegungJüdisches Krankenhaus der Joseph und Han...

"Gemäß Akten des Magistrats der Stadt Frankfurt a.M. wurde am 8. Dezember 1924 ein angeblicher Rechtsanspruch der Israelitischen Kultusgemeinde Rödelheim auf zwei Krankenbetten im Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde Frankfurt (in der Gagernstraße 36) abgelehnt, da in Rödelheim ein Hospital bestehe."

Um 1925

OberinJulie Glaser

Julie Glaser folgte Minna Hirsch um 1925 als Oberin des Frankfurter Jüdischen Krankenhauses.

01.10.1925 - 1935

Ärztlicher Direktor (Chefarzt) der Abteilung für Innere MedizinProf. Dr. med. Simon Isaac

1904 promovierte Simon Isaac an der Universität Straßburg. Nach seiner Assistenzzeit an verschiedenen Krankenhäusern war er einige Monate als Arzt am Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde tätig. Ab Oktober 1914 nahm Simon Isaac freiwillig am Ersten Weltkrieg teil. 1916 habilitierte er sich im Fach Innere Medizin an der Universität Frankfurt am Main. Ende 1917 arbeitete er als Oberarzt an der Medizinischen Universitäts-Poliklinik in Frankfurt. Seit dem 1. Oktober 1925 leitete der renommierte Internist und Diabetesforscher die Abteilung für Innere Medizin des Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde. 1935 wurde er aus bislang unbekannten Gründen entlassen.

Um 24.01.1929 - 14.03.1932

Oberarzt in der Chirurgischen AbteilungDr. med. Fritz Katz

Im Januar 1929 kam Fritz Katz von Breslau nach Frankfurt am Main (HB 686 Gagernstraße 36, Teil 1, S. 53). Bis zu seinem Wechsel an das Jüdische Krankenhaus in Alexandria im März 1932 war er Oberarzt der Chirurgischen Abteilung des Frankfurter jüdischen Krankenhauses Gagernstraße.

04.1929

Examen als KrankenschwesterThea Levinsohn-Wolf

Ihre zweijährige Ausbildung zur diplomierten Krankenschwester, die sie durch alle Abteilungen geführt hatte, schloss Thea Wolf mit einem sehr guten Examen ab. (Als Examensmonat nennt sie in ihrer Autobiographie den April 1929, ihr "Ausweis für staatlich anerkannte Krankenpflegepersonen" ist auf den 28. März 1929 datiert.) Ihre Eltern waren sehr stolz auf ihre fleißige und zielstrebige Tochter, hofften aber weiterhin auf baldige Heirat und Familiengründung - vergeblich. Thea Wolf blieb dem Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde in Frankfurt verbunden. Für ein Jahr war sie verantwortliche Krankenschwester in "in der chirurgischen Frauenstation für die Patienten der dritten Klasse".

Mitte 1930 - 1932

Chirurgische AbteilungThea Levinsohn-Wolf

Ab Mitte 1930 wurde Thea Wolf zwei Jahre lang als Operations- und Narkoseschwester in der Chirurgischen Abteilung eingesetzt.

01.11.1931 - 15.12.1933

Schwesternschülerin am Frankfurter jüdischen KrankenhausIlse Bergman (Bermann)

1932

Literatur zum Jüdischen Krankenhaus GagernstraßeDas Krankenhaus der Israelitischen Gemei...

1933 - 1938

Anstieg von Ärztepersonal und Patientenzahl

In Folge der nationalsozialistischen Ausgrenzungsmaßnahmen stieg die Belegung des jüdischen Krankenhauses zum Teil sprunghaft an: Die ,arischen´ Kliniken verweigerten die Aufnahme jüdischer Kranker und kündigten zudem die Verträge mit jüdischen Ärzten, die ihre Patienten nur noch in jüdischen Pflegeeinrichtungen behandeln konnten. Seit 1938 hatten niedergelassene Ärztinnen und Ärzte jüdischer Herkunft ausschließlich in Räumlichkeiten der jüdischen Gemeinde zu praktizieren.

Um 1933 - Um 1938

Ausbildung und Tätigkeit als KrankenschwesterIlse Frohmann

Ilse Stern gehörte vermutlich bis zu ihrer Heirat zum Schwesternteam des Frankfurter Jüdischen Krankenhauses in der Gagernstraße.

Um 1933 - 1938

Krankenschwester am Frankfurter jüdischen KrankenhausAlice Rychwalski

Schwester Alice pflegte bis zu ihrer Flucht aus NS-Deutschland am Frankfurter jüdischen Krankenhaus in der Gagernstraße.

1933 - 1938

Umbau- und ErweiterungsmaßnahmenKrankenhaus der Israelitischen Gemeinde

Wegen der steigenden Patienten- und Ärztezahl wurden am Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde häufig Umbauten vorgenommen, zum Beispiel Wirtschafts- und Nebengebäude für die Patientenversorgung errichtet.

19.01.1934

Umzug nach Bad DürkheimGerlinde Altschüler

Mit hoher Wahrscheinlichkeit pflegte Gerlinde Altschüler im Frankfurter Jüdischen Krankenhaus. Am 19. Januar 1934 meldete sie sich nach Bad Dürkheim ab. Gerlinde Altschülers Biographie und ihr Verbleib in der NS-Zeit sind noch zu erforschen.

Um 08.1935 - Um 06.1939

Chefarzt der Chirurgischen AbteilungDr. med. Hans Louis Julius Mannheim

Nach seiner Niederlassung als Facharzt für Chirurgie in Frankfurt am Main im August 1935 übernahm Hans Mannheim die Leitung der Chirurgie des jüdischen Krankenhauses. Sein Vorgänger war Emil Altschüler.

Ende 1935

Emigration nach PalästinaSanitätsrat Dr. med. Alfred Günzburg

1935 flüchtete der über 70-jährige Dr. Alfred Günzburg zu seinem Sohn Ludwig nach Palästina.

07.10.1936 - Um 1940

Gemeldet in der Gagernstraße 36 (Jüdisches Krankenhaus)Sanitätsrat Dr. med. Hermann Schlesinger

Von der Hochstraße 32 zog der verwitwete Hermann Schlesinger am 7. Oktober 1936 in die Gagernstraße 36 (Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde). Vermutlich verstarb er dort um 1940.

Um 1937

Fotografie, um 1937 (vermutlich von Saul Lilienthal)Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde ...

Abbildung: Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde Gagernstraße - Gesamtansicht

01.02.1937 - 10.1938

MedizinalpraktikantHarry Brauer

In der NS-Zeit war Harry Brauer fast zwei Jahre lang als Medizinalpraktikant am Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde tätig.

31.07.1937 - Um 1938

Oberarzt in der ChirurgieDr. med. Kurt Hirsch

Kurt Hirsch war 1937/38 als Oberarzt in der Chirurgischen Abteilung des Frankfurter jüdischen Krankenhauses tätig. Weitere berufliche Daten sind noch zu recherchieren.

Um 1938

Leiter der Gynäkologischen Abteilung und DirektorDr. med. Bernhard Rosenthal

Bernhard Rosenthal, Leiter der Gynäkologischen Abteilung, amtierte bis zu seinem Freitod 1938 als Direktor des Frankfurter jüdischen Krankenhauses.

Um 09.11.1938

Novemberpogrom und Einschüchterung

Im Zuge des Novemberpogroms ("Reichskristallnacht") beschlagnahmte die Gestapo die Krankenhauskasse und Barmittel von Ärzten (später z. T. wieder frei gegeben). Im Gegensatz zu frei praktizierenden jüdischen Ärzten wurden die Krankenhausärzte in der Regel nicht verhaftet. Dennoch nahm sich der Direktor Dr. Bernhard Rosenthal aus Furcht vor dem KZ mit Gift das Leben.

16.11.1938

Rückkehr an das Frankfurter jüdische KrankenhausHarry Brauer

Nach dem Verlust seiner Arbeitsstätte kehrte Harry Brauer an das Krankenhaus der Frankfurter jüdischen Gemeinde zurück (HB 686 Gagernstraße 36, Teil 1, S. 21).

19.11.1938 - 27.06.1942

Rückkehr aus Wiesbaden nach Frankfurt, gemeldet in der Gagernstraße 36 (jüdisches Krankenhaus)Rahel (Recha) Wieseneck

Um 1939 - 1942

Im Frankfurter Jüdischen KrankenhausMartha (Tilly Dora) Brodnitz

Martha Brodnitz, von Beruf Kunstfotografin, wurde nach dem Novemberpogrom 1938 aus ihren Beruf geworfen. Bis zu ihrer Deportation arbeitete sie im Frankfurter jüdischen Krankenhaus in der Gagernstraße, wo sie auch wohnte.

1939 - Um 08.1942

Krankenschwester im Frankfurter jüdischen KrankenhausThea Höchster

Nach dem Novemberpogrom 1938 aus Lauterbach nach Frankfurt am Main geflüchtet, arbeitete Thea Höchster als Krankenschwester im Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde (Gagernstraße). Dort brachte sie ihren Mann als Patient unter. Zuletzt versorgte sie die von den NS-Behörden in das Krankenhaus zwangsverlegten alten Menschen.

Um 04.1939 - 07.1940

BüglerinErika Neugarten

Vom Frühjahr 1939 bis Juli 1940 arbeitete Erika Neugarten als Büglerin im Frankfurter Jüdischen Krankenhaus. Warum sie vom Rothschild´schen Hospital dorthin wechselte, ist unbekannt. Nach Juli 1940 war sie als Haushaltshilfe bei einer jüdischen Familie in der Melemstraße 14 tätig. Ab November 1940 musste sie Zwangsarbeit in den Glanzstoffwerken in Kelsterbach leisten.

03.04.1939

Zwangsverkauf und WiederanmietungVerein für jüdische Krankenpflegerinnen ...

Im April 1939 "kaufte" die Stadt Frankfurt das Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde mit Grundstück, Gebäuden und Schwesternhaus für 900.000 Reichsmark. Die mehr als fragwürdige "Rechtsgrundlage" lieferten die so genannten "Judenverträge" zur "Sicherstellung des noch vorhandenen Vermögens der jüdischen Gemeinde." Im Anschluss vermietete die Stadt das Krankenhaus für drei Jahre an die jüdische Gemeinde mit der Auflage, das gesamte Anwesen zum 01.04.1942 der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist zu übergeben.

28.04.1939 - 17.10.1941

Krankenpfleger im Krankenhaus GagernstraßeWalter Samuel Hayum

Walter Samuel Hayum zog am 28. April 1939 vom Baumweg 3 (im Baumweg befanden sich verschiedene Institutionen der Frankfurter jüdischen Gemeinde) in die Gagernstraße 36 (Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde). Sein vermutlich von den NS-Behörden erzwungener Auszug aus der Gagernstraße erfolgte am 17. Oktober 1941 in die Zobelstraße 9.

Mitte 1939 - 09.1942

Röntgenarzt am Frankfurter Jüdischen KrankenhausDr. med. Günther Ernst Wolfgang Schneide...

Günther Schneider arbeitete seit Mitte 1939 als Röntgenarzt im Krankenhaus der Frankfurter jüdischen Gemeinde. In den Deportationslisten vom 24.09.1942 waren die Namen aller noch im letzten jüdischen Krankenhaus Frankfurts verbliebenen Ärzte, Pflegenden und Patienten erfasst, darunter auch Günther Schneider. Er tauchte unter, wurde vermutlich bei einem Fluchtversuch in die Schweiz verhaftet und in seine Geburtsstadt Berlin zurückgebracht.

03.08.1939 - 15.11.1940

Pflegerin im Krankenhaus GagernstraßeCornelie (Cornelia) Butwies

Von der Mainstraße 10 zog Cornelie Butwies am 3. August 1939 in das Frankfurter jüdische Krankenhaus Gagernstraße. Die vermutlich als Folge der antisemitischen NS-Maßnahmen entlassene kaufmännische Angestellte wechselte in den Pflegeberuf.

Um 1940 - 1942

Zuletzt im Frankfurter jüdischen KrankenhausJenny Hahn

Um 1940 kam Jenny Hahn im Frankfurter jüdischen Krankenhaus unter - ob als Beschäftigte oder Patientin, ist unbekannt.

01.1940 - 09.1942

Röntgenassistenin am Frankfurter Jüdischen KrankenhausGertrud Tichauer

Nach der Scheidung von ihrem "arischen" Ehemann verdiente Gertrud Tichauer ihren Lebensunterhalt als Röntgenassistentin im Frankfurter Jüdischen Krankenhaus. Dort war sie von Januar 1940 bis zur Auflösung des Krankenhauses im September 1942 tätig.

Um 1940

Pflegerin im Frankfurter Jüdischen KrankenhausNora Gottfeld

Um 1940

VerwalterKurt Pfeil

Um 1940 war Kurt Pfeil Verwalter des Frankfurter jüdischen Krankenhauses. Wie lange er insgesamt dort tätig war, ist bislang unbekannt.

04.1940

Schließung der koscheren KücheHospital der Georgine Sara von Rothschil...

Durch die nationalsozialistische Schließung jüdischer Metzgereien mangelte es ab 1939 an koscherem Fleisch. Im April 1940 wurde die Küche des Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde zwangsweise geschlossen. Danach war eine koschere Verpflegung für Personal und Patienten nur noch im Hospital der Georgine Sara von Rothschild´schen Stiftung möglich.

Um 05.1940 - 09.1942

Haushalts- und Küchenhilfe im Frankfurter jüdischen KrankenhausMaria Stein

31.05.1940

Jüdische Krankenhäuser unter Gestapo-Aufsicht

Ende Mai 1940 wurde der fanatische Nationalsozialist und SS-Sturmführer Ernst Holland auch offiziell "Beauftragter der Geheimen Staatspolizei bei der jüdischen Wohlfahrtspflege". Er war formal der Staatspolizeistelle in Frankfurt unterstellt, erhielt aber seine Weisungen von der Gestapo. Als Koordinator der Konzentration und Auflösung der jüdischen Wohlfahrts- und Pflegeeinrichtungen hatte er wesentlichen Anteil an der Deportation der jüdischen Frankfurter/innen in die Vernichtungslager.

08.1940

Erweiterung / Bettenzahl für psychisch ErkrankteHospital der Georgine Sara von Rothschil...

Seit August 1940 nahmen das jüdische Krankenhaus und das Rothschild´sche Hospital trotz mangelnder Ausstattung auch psychisch Erkrankte auf. Diesen drohte außer antisemitischer auch eugenische Verfolgung (NS-"Euthanasie", vgl. z.B. Kaminer 1996, Klee 2010, Lilienthal 2009), die Emigration war erschwert. Nichtjüdische Psychiatrien und Kurheime sollten nur noch "Arier" behandeln. Entsprechend bewilligte die Stadt Frankfurt für die Aufnahme "Leicht-Gemütskranker" die von beiden Kliniken beantragte Erhöhung der Bettenzahl um 20 (jüdisches Krankenhaus) und 5 Betten (Rothschild´sches Hospital).

04.09.1940

Festnahme des Verwalters Kurt PfeilKurt Pfeil

Unter dem NS-Regime musste das jüdische Krankenhaus immer größere Engpässe bei der Nahrungsversorgung seiner Patientinnen und Patienten bewältigen. Wegen der Beschaffung zusätzlicher Lebensmittel kam der Verwalter des Krankenhauses, Kurt Pfeil, in Untersuchungshaft und wurde vor dem Landgericht Frankfurt am Main angeklagt.

04.11.1940

Auszug aus dem Jüdischen Krankenhaus GagernstraßeMeta Conrath

Möglicherweise auf nationalsozialistischem Druck verließ die nichtjüdische Krankenschwester am 4. November 1940 das Krankenhaus Gagernstraße und zog in die Neumannstraße 9.

19.11.1940 - 26.02.1941

Schwesternschülerin im Frankfurter jüdischen KrankenhausLuise Blättner

Nach der NS-Zwangsräumung des Schwesternhauses wohnte und arbeitete Luise Blättner drei Monate lang im Frankfurter jüdischen Krankenhaus, Gagernstraße 36.

19.11.1940

Einzug in das Frankfurter jüdische Krankenhaus (Gagernstraße)Thekla Dinkelspühler

Nach der NS-Zwangsräumung des Frankfurter jüdischen Schwesternhauses zog Thekla Dinkelspühler, zu diesem Zeitpunkt noch Lehrschwester, am 19. November 1940 in das Frankfurter jüdische Krankenhaus um. Dort pflegte sie eineinhalb Jahre lang.

19.11.1940

Zwangsräumung des SchwesternhausesVerein für jüdische Krankenpflegerinnen ...

Vor Ablauf der Rückvermietungsfrist 1943 wurde das Schwesternhaus bereits im November 1940 zwangsgeräumt. Die 42 noch verbliebenen Bewohner/innen mussten in das ohnehin beengte Krankenhaus umziehen. Die Gestapo beschlagnahmte das Gebäude. Nutznießerin war die Frankfurter Universitätsklinik, die im Schwesternhaus eine Infektionsabteilung ihrer Kinderklinik einrichtete.

19.11.1940

Zwangsumzug in das Frankfurter jüdische Krankenhaus GagernstraßeJohanna (Jeanette) Beermann (Bermann)

Infolge der nationalsozialistischen Zwangsräumung des Frankfurter jüdischen Schwesternhauses im November 1940 verlor Johanna Beermann ihre Alterswohnung und musste in das jüdische Krankenhaus umziehen. Sie war unverheiratet und hatte keine Nachkommen, die sich um sie kümmern konnten.

19.11.1940

Zwangsumzug in die Gagernstraße (Krankenhaus)Johanna (Hanna) Herz

Infolge der Zwangsauflösung des jüdischen Schwesternhauses musste Johanna Herz am 19. November 1940 in die Gagernstraße (jüdisches Krankenhaus) ziehen.

Ende 1940 - 1942

Personalfluktuation durch EmigrationVerein für jüdische Krankenpflegerinnen ...

Seit Ende 1940 zogen weniger Pflegerinnen in das Krankenhaus ein statt aus. 1941 verließen weitere 23 Schwestern und Schülerinnen das Krankenhaus, einige retteten sich in die USA.

Um 1941

Unterbringung im Frankfurter jüdischen KrankenhausHedwig Flora Hausmann

27.02.1941

Auszug aus dem Jüdischen Krankenhaus GagernstraßeRuth S. Zernik

Am 27. Februar 1941 verließ Schwester Ruth das Krankenhaus Gagernstraße. Sie meldete sich nach Berlin ab, kehrte aber später wieder in ihre Geburtsstadt Frankfurt/M. zurück.

05.03.1941 - 24.05.1942

Aufenthalt im Jüdischen Krankenhaus GagernstraßeBertha (Berta) Bernhard (Bernhardt)

07.04.1941 - 1942

Tätigkeit im Frankfurter jüdischen KrankenhausRita Hamburger

07.04.1941 - 24.05.1942

Aufenthalt im Jüdischen Krankenhaus Gagernstraße (Teil des Personals?)Martha Neuhaus

07.04.1941 - 11.06.1942

Letzte Frankfurter Wohnadresse: Jüdisches Krankenhaus Gagernstraße (vermutlich Personal)Rachel (Rina) Mingelgrün

07.04.1941 - 27.06.1942

Aufenthalt im jüdischen Krankenhaus Gagernstraße (Personal?)Friederike Reinheimer

07.04.1941 - 09.1942

Krankenschwester im Frankfurter jüdischen KrankenhausAnni (Anny) Margot Gold

07.04.1941 - 24.09.1942

Aufenthalt im Frankfurter jüdischen Krankenhaus (vermutlich Personal)Hedwig Goldschmidt

07.04.1941 - 24.09.1942

Aufenthalt im Krankenhaus Gagernstraße (möglicherweise als Köchin tätig)Klara Strauß

07.04.1941 - 24.09.1942

Lehrschwester im Jüdischen Krankenhaus GagernstraßeZilla Reiß (Reiss)

07.04.1941

Einzug in das Krankenhaus GagernstraßeEdith Appel

Im Frankfurter jüdischen Krankenhaus Gagernstraße war Edith Appel als Schwesternpraktikantin tätig.

07.04.1941

NS-bedingter Umzug in das jüdische Krankenhaus GagernstraßeKlara Levi

07.04.1941

Umzug in das Frankfurter jüdische KrankenhausLeopold (Leo) Lion

07.04.1941

Verlegung in das Frankfurter jüdische KrankenhausSiegmund Keller

Am 7. April 1941 wurde Siegmund Keller zusammen mit den anderen Betreuten des Gumpertz´schen Siechenhauses in das letzte Frankfurter jüdische Krankenhaus (Gagernstraße) verlegt.

07.04.1941

Verlegung wegen der Zwangsräumung des Gumpertz'schen Siechenhauses in das Krankenhaus GagernstraßeMoritz Löwenstein

07.04.1941

Vom Danziger Platz 15 in die Gagernstraße 36Rachel (Rahel) Kaplan

Am 7. April 1941 wurde Rachel Kaplan zusammen mit dem Personal und den Betreuten des Gumpertz´schen Siechenhauses vom Danziger Platz 15 in das Frankfurter jüdische Krankenhaus Gagernstraße verlegt.

07.04.1941

Zwangsräumung des Gumpertz'schen Siechenhauses und Zwangsverlegung in das Krankenhaus GagernstraßeGumpertz´sches Siechenhaus

Am 07.04.1941 wurden die Bewohner/innen vom 'Hinterhaus' Danziger Platz 15 in das Frankfurter jüdische Krankenhaus (Gagernstraße 36) verlegt.

07.04.1941

Zwangsverlegung in das Krankenhaus GagernstraßeAron Geld

Die NS-Zwangsräumung des Gumpertz'schen Siechenhauses betraf auch Aron Geld: Zusammen mit seinen Mitbewohner/innen und dem Personal wurde er in das letzte Frankfurter jüdische Krankenhaus Gagernstraße verlegt.

07.04.1941

Zwangsverlegung vom Danziger Platz 15 in die Gagernstraße 36Paula Ring

Mit dem Personal und den Betreuten des Gumpertz´schen Siechenhauses wurde Paula Ring am 7. April 1941 vom Danziger Platz 15 in das Frankfurter jüdische Krankenhaus (Gagernstraße) verlegt.

Um 05.1941

NS-Zwangsschließung des Rothschild´schen HospitalsHospital der Georgine Sara von Rothschil...

Im April/Mai 1941 schlossen die Nationalsozialisten das "Rothschild´sche Hospital". Personal und Patienten mussten in das Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde wechseln. Gemäß dem "zweiten Judenvertrag" übernahm die Stadt Frankfurt Gebäude und Areal des ,arisierten´jüdischen Hospitals; es wurde vom NS-Bauamt als Hilfskrankenhaus ausgewiesen.

07.05.1941 - 15.09.1942

Letzte Oberin des Krankenhauses GagernstraßeErna Sara Heimberg

Als die Nationalsozialisten auch das Rothschild'sche Hospital schlossen, musste Erna Heimberg erneut umziehen: in die Gagernstraße (Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde). Im Hausstandsbuch Gagernstraße ist sie erstmals als Oberin eingetragen.

07.05.1941

Umzug vom Rothschild'schen Hospital in das Krankenhaus GagernstraßeBerta (Bertha) Hahn

Infolge der Zwangsschließung des Rothschild'schen Hospitals musste Berta Hahn am 7. Mai 1941 in die Gagernstraße 36 (Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde) umziehen. Zu diesem Zeitpunkt war sie noch unverheirat: Der Eintrag im Hausstandsbuch Gagernstraße erfolgte mit ihrem Geburtsnamen 'Schuster'.

07.05.1941

Umzug vom Rothschild'schen Hospital in das Krankenhaus GagernstraßeSophie (Sofie, Henni, Sonny) Landsberg

Infolge der Zwangsauflösung des Rothschild'schen Hospitals musste Sophie Landsberg vom Röderbergweg in die Gagernstraße (Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde) umziehen.

07.05.1941

Umzug vom Rothschild'schen Hospital in das Krankenhaus GagernstraßeSelma Lena Lorch

Infolge der Zwangsauflösung des Rothschild'schen Hospitals musste Selma Lorch vom Röderbergweg in die Gagernstraße (Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde) ziehen.

07.05.1941

Umzug vom Rothschild'schen Hospital in das Krankenhaus GagernstraßeAlfred Hahn

Infolge der NS-Zwangsschließung des Rothschild'schen Hospitals musste Alfred Hahn am 7. Mai 1941 in die Gagernstraße (Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde) umziehen.

20.05.1941

Umzug von der Rhönstraße in das Krankenhaus GagernstraßeJonas (Jona) Neuberger

Im Zuge der NS-Zwangsauflösung des Rothschild'schen Hospitals zog Jonas Neuberger von der Rhönstraße in die Gagernstraße 36 (Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde).

Im Juni 1941 schlossen die Nationalsozialisten die Einrichtung und wiesen Personal und Patienten in das Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde ein.

13.06.1941

Umzug von der Rhönstraße 51 in das letzte Frankfurter jüdische Krankenhaus, Gagernstraße 36Käthe Popper

Mitte 1941

NS-Zwangsräumung des Rothschild´schen Altersheims und Verlegung in das Frankfurter jüdische KrankenhausFreiherrlich Wilhelm u. Freifrau Mathild...

Nach dem Bericht des Gestapo-Beauftragten bei der Jüdischen Wohlfahrt Ernst Holland wurde das Rothschild´sche Altersheim zwischen dem 1. Juli und dem 30. September 1941 zwangsgeräumt. "Die Insassen wurden in verschiedene Altersheime verlegt, überwiegend in das Pflegheim des Jüdischen Krankenhauses [...]. Um die Belegungsmöglichkeiten in diesem zu erhöhen, wurde der Betsaal geschlossen und zur Benutzung als Schlafraum eingerichtet."

03.07.1941

Krankenschwester in Frankfurt am MainBetti Bilha Farntrog

Betti Farntrog ging nach Frankfurt am Main, wo vermutlich eine Pflege im orthodox-jüdischen "Rothschild'schen Hospital" im Röderbergweg anstrebte. Durch dessen NS-Zwangsschließung wurde sie stattdessen im Krankenhaus Gagernstraße 36 tätig, der als Sammellager missbrauchten letzten jüdischen Klinik in Frankfurt. Dort war Betti Farntrog seit dem 3. Juli 1941 als Krankenschwester gemeldet.

04.07.1941

Rückkehr in das Krankenhaus GagernstraßeCornelie (Cornelia) Butwies

09.1941 - 09.1942

Krankenschwester am Frankfurter jüdischen KrankenhausLuise ("Liesel") Rothschild

Von September 1941 bis September 1942 pflegte Luise Rothschild im Frankfurter jüdischen Krankenhaus, dessen letztes Jahr bis zur Zwangsauflösung sie miterlebte.

Ende 09.1941

Belegungszahlen

Wegen der Zwangsräumung kleinerer jüdischer Pflege- und Wohlfahrtsinstitutionen stiegen die Belegungszahlen im Frankfurter jüdischen Krankenhaus sprunghaft an: "Die zur Verfügung stehende Bettenzahl ließ sich durch Hinzuziehen des Betsaals und einiger anderer Änderungen in der Stellung der Betten von 324 um 49 auf 373 erhöhen. Ende September 1941 war das Krankenhaus belegt mit 120 Patienten, mit 128 Alten und Siechen, zusammen 248." Neben der räumlichen Enge wurde das medizinische und Pflegepersonal zudem mit Aufgaben konfrontiert, für das es nicht ausgebildet war, z.B. der Altenpflege. Teils konnte aber Personal aus den geschlossenen Einrichtungen übernommen werden.

1942

Belegung unter NS-Bedingungen

1942 stieg die Belegung auf fast 400 Patientinnen und Patienten. Das Personal umfasste u.a. über 100 Angestellte und 37 "Lehrschwestern" (Gestapo-Bericht).

1942

Gagernstraße 36Elise Hofmann

Elise Hofmanns letzte Frankfurt Adresse war die Gagernstraße 36, das Krankenhaus der israelitischen Gemeinde.

1942

Jüdische Krankenschwestern als NS-VerfolgteVerein für jüdische Krankenpflegerinnen ...

Mindestens 99 aller 258 Auszüge zwischen 1933 und 1942 aus dem Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde erfolgten nachweislich wegen der NS-Judenverfolgung. Ein großer Teil der Schwestern und Schülerinnen wurde nach Theresienstadt und in die Vernichtungslager des Ostens deportiert.

Um 08.1942

Patientin im Jüdischen Krankenhaus GagernstraßeHedwig Flora Hausmann

15.09.1942

DeportationErna Sara Heimberg

Erna Heimbergs Flucht nach Palästina scheiterte. Sie war vermutlich die letzte Oberin des Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde in Frankfurt am Main. Am 15. September 1942 wurde sie in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie vermutlich als Krankenschwester eingesetzt wurde.

Ende 09.1942 - Anfang 10.1942

Zwangsräumung und Deportation von Personal und Patienten

Nach Hilde Steppes Angaben waren 1942 "fast 400 Menschen im Krankenhaus als Patienten untergebracht, dazu über 100 Angestellte und 37 Lehrschwestern". Im Oktober 1942 war die Zwangsräumung des Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde - des letzten jüdischen Krankenhauses in Frankfurt am Main - abgeschlossen. Die Patientinnen und Patienten wurden nach Theresienstadt und in die Todeslager im Osten deportiert. Im letzten Transport sollen sich vier jüdische Krankenschwestern aus Frankfurt befunden haben.

Um 10.1943

Gescheiterte ,Arisierung´

Nach der Freigabe durch die Gestapo verpachtete die Stadt das jüdische Krankenhaus - ohne das bereits belegte Schwesternhaus - samt medizinischem Interieur dem Hospital zum Heiligen Geist. Die Stiftung des Hospitals war schon lange an der renommierten und modern ausgestatteten Pflegeeinrichtung interessiert. Die Nutzung bzw. ,Arisierung´ verhinderte jedoch der Fliegerangriff auf Frankfurt am 04.10.1943. Ohne auf die jüdische Geschichte und Finanzierung des Krankenhauses näher einzugehen, heißt es in einer Studie (1989) zum Hospital zum Heiligen Geist wörtlich: "Der Traum vom ,Krankenhaus Ost´ des Hospitals zum Heiligen Geist, wie dieses Haus in der Gagernstraße heißen sollte, war ausgeträumt." Von den zuvor vertriebenen und deportierten jüdischen Krankenschwestern, Ärzten und Patienten "dieses Hauses" ist nicht die Rede.

04.10.1943

Zerstörung durch LuftangriffSchwesternhaus des Vereins für jüdische ...

Durch einen Luftangriff am 4. Oktober 1943 wurde das Krankenhausgebäude schwer beschädigt. Für das angrenzende, als Kinderklinik genutzte ehemalige jüdische Schwesternhaus gibt die Magistratsakte 3.812 "Feindliche Fliegerangriffe" (Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main) an: "Drei Schwestern, 51 Kinder und Hausverwalter tot geborgen, eine Ärztin, elf Schwestern, 20 Kinder und drei Angehörige des Hausverwalters vermißt (Bl. 97)". Die genaue Zahl der Bombenopfer steht nicht fest: Nach anderen Angaben fanden im Luftschutzraum des Schwesternhauses 90 Kinder, 14 Krankenschwestern, eine Ärztin sowie Hausangestellte den Tod.

1945

Nutzung des VerwaltungsgebäudesKrankenhaus der Israelitischen Gemeinde

Im Erdgeschoss des ehemaligen Verwaltungsgebäudes wurde nach 1945 eine Psychiatrie für "leichte Fälle" untergebracht.

Um 1945

Teilrenovierung, Rückgabe, NeunutzungKrankenhaus der Israelitischen Gemeinde

Nach Kriegsende setzte die Stadt Frankfurt am Main die beschädigte Anlage teilweise instand. Gemäß Rückerstattungsgesetz erfolgte die Übergabe an die Jüdische Gemeinde als der rechtmäßigen Eigentümerin. Ab November 1945 beherbergte ein Rundbau auf dem Gelände als Wohn- und Pflegeeinrichtung Überlebende des Lagers Theresienstadt.

26.09.1948 - 07.1949

Versuch der Wiederbegründung des KrankenhausesGagernstraße 36, Frankfurt am Main

Am 26. September 1948 wurde das Krankenhaus der Frankfurter jüdischen Gemeinde - im wesentlich geringeren Umfang als sein Vorgänger - feierlich wiedereröffnet. "Mit dem Jüdischen Krankenhaus wollte man auch die Krankenstation im jüdischen DP-Lager Zeilsheim ersetzen, das in dieser Zeit aufgelöst werden sollte, und jüdische Patienten medizinisch und finanziell unterstützen." Infolge der mangelnden Nutzung wurde die so hoffnungsvoll begründete Einrichtung im Juli 1949 schon wieder geschlossen. Bis heute (Stand Januar 2012) gibt es in Frankfurt am Main kein jüdisches Krankenhaus mehr.

Um 1973 - Um 1977

Abriss und NeubauKrankenhaus der Israelitischen Gemeinde

Zwischen 1973 und 1977 wurden die Gebäude des Krankenhauses abgerissen. Auf dem Gelände der Gagernstraße entstand das heutige Altenzentrum der Jüdischen Gemeinde im Bornheimer Landwehr 79.

2011

Literatur zur Krankenhausgeschichte allgemeinKrankenhausgeschichte heute

2012

Literatur zum Frankfurter jüdischen Krankenhaus"... jener nimmermüde Trieb, Leidenden z...

2014

Literatur zum Frankfurter Jüdischen KrankenhausJedem Kranken das eigene Menü

08.05.2014

100 Jahr-Feier der Erbauung des Krankenhauses in der Gagernstraße 36100 Jahre Krankenhaus der Jüdischen Geme...

Am 8. Mai 2014 feierten das Projekt www.juedische-pflegegeschichte.de, die Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main und der Verein zur Förderung der historischen Pflegeforschung e. V. in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main und dem Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main die Erbauung des Krankenhauses der Jüdischen Gemeinde in der Gagernstraße 36 vor 100 Jahren. Ein Beitrag darüber erschien in der Frankfurter Rundschau am 13.05.2014: "Jedem Kranken das eigene Menü. Forschungsprojekt der Fachhochschule Frankfurt zur Jüdischen Pflegegeschichte", mit Abbildungen des Krankenhauses und von Operationsschwester Bertha Schönfeld: http://www.fr-online.de/wissenschaft/jedem-kranken-das-eigene-menue,1472788,27103356.html

08.05.2014

100 Jahr-Feier zur Errichtung des Neubaus des Jüdischen Krankenhauses in der Gagernstraße 36100 Jahre Krankenhaus der Jüdischen Geme...

Die Jüdische Gemeindezeitung in Frankfurt am Main veröffentlichte einen Bericht zur Feier: http:/www.jg-ffm.de/images/jgffm/wir ueber uns/zeitung/jgz 47 2.pdf

Angestellte am Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am MainCilli (Cäcilie, Cilly) Glaser

Wann Cilli Glaser während der NS-Zeit zu Julie und Emma Glaser nach Frankfurt am Main zog und dort im Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde tätig war, ist unbekannt.

Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-KrankheitenDr. med. Max Maier

Wie lange Max Maier als Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten am Frankfurter jüdischen Krankenhaus tätig war, bleibt noch zu recherchieren.

Die gelernte Köchin Lotte Fleckenstein arbeitete vermutlich bis zu ihrer ersten Verhaftung im September 1933 im Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde. Sie war offenbar Nichtjüdin oder ihre jüdische Herkunft konnte nicht nachgewiesen werden.

Bis 11.1941

Krankenschwester am Frankfurter Jüdischen KrankenhausAmalie Stutzmann

Wann Amalie Stutzmann vom Rothschild´schen Hospital in das Frankfurter Jüdische Krankenhaus wechselte und ob sie bis zu ihrer Deportation am 11. November 1941 dort arbeitete, ist bislang unbekannt.

Bis 15.09.1942

Krankenschwester in Frankfurt am MainMargot Cohen

Margot Cohen pflegte im im Frankfurter jüdischen Krankenhaus - ihrer letzten Wohnadresse vor der Deportation am 15. September 1942.

Bis Um 1939

Leitender Arzt der AugenklinikDr. med. Isaak (Isaac) Horowitz (Horovit...

Wie lange Isaak Horowitz die Augenklinik des Frankfurter jüdischen Krankenhauses leitete, ist bislang unbekannt.

Oberschwester am Frankfurter jüdischen KrankenhausMeta Conrath

Oberschwester Meta Conrath gehörte zu den christlichen Pflegenden im Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main.