Jüdische Pflege- geschichte

Jewish Nursing History

Biographien und Institutionen in Frankfurt am Main

Biographien der Krankenpflege
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„[…] immer treu zur Seite gestanden“ – Meta Conrath, Franziska Fleischer, Frieda Gauer: christliche Krankenschwestern in der Frankfurter jüdischen Pflege

Dass es in Deutschland bis zur Shoah langjährig gewachsene Teams mit jüdischen und nichtjüdischen Pflegenden gab, ist bislang wenig bekannt. Als ein Glücksfall für unser Forschungsprojekt Jüdische Pflegegeschichte erwies sich hier die Kontaktaufnahme und Übermittlung seltener Dokumente und Fotografien durch den Neffen einer evangelischen Krankenschwester: Meta Conrath arbeitete von 1921 bis 1940 im Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main (Gagernstraße 36). Dem nationalsozialistischen Druck, ihren Posten zu verlassen, hat sie bis zuletzt widerstanden.

Jüdische Pflegegeschichte - interkonfessionell - Meta Conrath
Schwesternfoto von Meta Conrath mit der Diensthaube des Deutschen Roten Kreuzes, undatiert (um 1916) – Mit freundlicher Genehmigung von Klaus-J. Penné

Bei ihren Recherchen zum aktuellen Buchprojekt des Teams Jüdische Pflegegeschichte – Das Gumpertz’sche Siechenhaus – ein „Jewish Place“ in Frankfurt am Main – entdeckte Birgit Seemann zudem in Entschädigungsakten die Namen der Protestantin Frieda Gauer und der Katholikin Franziska Fleischer: gemeinsam mit ihren jüdischen Oberinnen Thekla (Mandel) Isaacsohn und Rahel (Spiero) Seckbach versorgten sie jahrzehntelang die Bewohner/innen dieses orthodox-jüdischen Pflegeheims. Zu einer weiteren namentlich bekannten Schwester, Amalie Stutzmann, forscht Edgar Bönisch. Auch in der NS-Zeit haben alle vier Pflegenden ihren Arbeitgebern, Kolleginnen und Patienten „immer treu zur Seite gestanden“ (aus dem Arbeitszeugnis des Direktor des Krankenhauses Gagernstraße für Meta Conrath, 1. März 1939).

Birgit Seemann, 2019

 

Den Beitrag zu Meta Conrath, Franziska Fleischer und Frieda Gauer finden Sie hier als PDF-Manuskript in zwei Teilen zum Download: