Jüdische Pflege- geschichte

Jewish Nursing History

Biographien und Institutionen in Frankfurt am Main

Institutionen der Krankenpflege
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Die israelitische Heil- und Pflegeanstalt Sayn

Die Israelitische Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Gemütskranke in Sayn (1869 – 1942) wurde 1869 von dem Kaufmann Meier Jacoby gegründet. Zunächst nahm er dabei einige wenige Patienten in seinem Wohnhaus auf. Schnell kamen neue Patienten hinzu, und Erweiterungsbauten wurden erstellt. 1938 mussten, bis auf drei, alle nicht-jüdischen Angestellten entlassen werden. Die Familie Jacoby selbst wanderte im Juni 1940 nach Uruguay aus. Im gleichen Monat starb in der Heilanstalt der Wissenschaftler und Arzt Sanitätsrat Prof. Dr. Wilhelm Hanauer, der dort als Patient lebte. Die Verwaltung der Anstalt ging an die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland.
Am 22. Juli 1941 zog die Bad Nauheimer Krankenschwester Henriette Jockelsohn in der Anstalt ein (vgl. StABN). Ob als Patientin oder als Angestellte bleibt zu klären.
In fünf Deportationen zwischen März und November 1942 wurden die Bewohnerinnen und Bewohner des Heims in den Osten verschleppt (vgl. Bendorf).

Edgar Bönisch 2015

Unveröffentlicht

StABN = Stadtarchiv Bad Nauheim: Einwohnermeldekartei

Link

Bendorf
http://www.bendorf.de/stadt-buerger/geschichte/jacobysche-anstalt/(12.03.2015)