Jüdische Pflege- geschichte

Jewish Nursing History

Biographien und Institutionen in Frankfurt am Main

Karl Falkenstein

Bewohner des Henry und Emma Budge-Heims für alleinstehende alte Menschen

Dass Karl Falkensteins Name nicht vergessen ist und Teile seines Lebens rekonstruiert werden konnten, verdanken wir der Liste der ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner des ehemaligen Budge-Heims, die Volker Hütte im Namen der Budge-Stiftung wieder finden konnte (vgl. Hütte/Institut für Stadtgeschichte). Karl Falkenstein war einer von 23 Bewohnerinnen und Bewohner jüdischen Glaubens, die dem nationalsozialistischen Terror zum Opfer fielen und für die seit dem 9. November 2011 eine Gedenkstätte vor dem neuen Budge-Heim, Wilhelmshöher Straße 279, eingerichtet ist.

Fotografie: Karl Falkenstein (Datum unbekannt, vermutlich um 1920).
Falkenstein, Karl / Karl Falkenstein (Datum unbekannt, vermutlich um 1920) Mit freundlicher Genehmigung Yad Vashem Weitere Angaben

Karl Falkenstein wurde am 12. Februar 1857 als Sohn von Abraham und Betty Falkenstein in Frankfurt am Main geboren (vgl. Bundesarchiv und Yad Vashem).
Der Vater, Abraham Falkenstein, war um 1869 als „Cassendiener“ der Frankfurter Bank beschäftigt und wohnte in der Judengasse 11 . Nachweislich um 1880 war Abraham Falkenstein „Cassendiener“ der Israelitischen Frauenkrankenkasse und gleichzeitig „Leichencommissär“ der jüdischen Gemeinde. Die Aufgaben eines Leichencommissärs kann man mit denen des heutigen Bestattungsunternehmers vergleichen, wobei er vermutlich kein selbständiger Unternehmer, sondern ein Angestellter der Gemeinde war. Zu dieser Zeit, ca. 1880, wohnte er, sicherlich mit seiner Familie, am Judenmarkt 30 und später am Börneplatz 12. Ab 1890 war Abraham Falkenstein Privatier und wohnte im Parterre der Hanauer Landstraße 18, später im 2. Stock im Sandweg 10. Ab 1895 findet man ihn nicht mehr in den Frankfurter Adressbüchern verzeichnet, er war vermutlich verstorben.
1885 taucht in den Adressbüchern im Judenmarkt 30 zum ersten Mal auch sein Sohn Karl Falkenstein, um den es hier geht, auf. Verheiratet war Karl mit Lea Falkenstein, geb. Hermann, die am 14. April 1862 geboren wurde (vgl. Yad Vashem). Wir wissen allerdings nicht, wann genau sie heirateten. Über die Kinder des Paares ist z. Zt. nichts weiter bekannt. Die Enkelin von Lea und Karl Falkenstein hinterlegte ein Gedenkblatt für ihren Großvater in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Ebenfalls in Yad Vashem existiert ein Gedenkblatt für die Schwester der Enkelin, die 1943 bei einem U-Boot-Angriff auf ein Schiff mit jüdischen Jugendlichen ums Leben kam.

Signet: Signet der Fima Stern & Co. Markennamen waren „Erika“, „Kornblume“ oder „Rheingold“.
Signet der Fima Stern & Co. Markennamen waren „Erika“, „Kornblume“ oder „Rheingold“. Aus: Schmidt, Hans-Heinrich: Lexikon der deutschen Uhrenindustrie 1850-1980

Im Jahr 1885 ist Karl (Carl) als Miteigentümer der Firma Sigmund Stern & Co verzeichnet. Dieses Unternehmen war eine „Niederlassung der Schweizer Uhrenfabrik Stern in Solothurn und als Fabrikation für Schablonen- Taschenuhren und Uhrenhandel tätig“ (Schmidt 2005) Als Schablonenuhren bezeichnete man günstig zu produzierende Uhren, die aus genormten Teilen gefertigt wurden. Markennamen der Firma Stern waren „Erika“, „Kornblume“ oder „Rheingold“ (vgl. Schmidt 2005). Die Firma Stern & Co. residierte in der Zeil 69, 3. Stock, wo sich auch ihr Lager befand. Es gab neben Karl Falkenstein zwei weitere Eigentümer: Sigmund Stern und Michael Bamberger.
Karl Falkenstein zog privat mehrfach um: 1886 in die Schillerstraße 3, ab 1887 in die Fichardstraße 60, 3. Stock. 1892 zog er weiter in die Kaiserstraße 13, 2. Stock, hier eröffnete er seine eigene Uhrenhandlung: „Karl Falkenstein Taschenuhren, Taschenuhren en gros“. Ein Markenzeichen, das sich auf ihn zurückführen lässt, heißt„Zukunft Karl Falkenstein“. 1897 zogen Eigentümer und Geschäft in das Nachbarhaus, in die Kaiserstraße 11, 2. Stock, wo sie bis 1914 blieben.

Fotografie: Kaiserstraße 11, 13 / Frankfurt am Main: Blick vom Kaiserplatz in der Kaiserstraße nach Nordosten Richtung Roßmarkt (Junghändel 1898.)
Kaiserstraße 11, 13 / Frankfurt am Main: Blick vom Kaiserplatz in der Kaiserstraße nach Nordosten Richtung Roßmarkt (Junghändel 1898.) © Max Junghändel Weitere Angaben

1915 findet man einen Nachweis über Karl Falkenstein und seinen Uhrenhandel in der Oestlichen [sic] Fürstenbergerstraße 141. Spätestens ein Jahr später gab er sein Geschäft auf und wohnte ab 1916 als Privatier unter derselben Adresse. 1929 zog er in die Wöhlerstraße 12, Erdgeschoss, einem Mietshaus, in welchem auch andere Rentnerinnen und Rentner ihre Wohnung gefunden hatten. Einige Jahre später, nämlich 1936, organisierte in der Nachbarschaft, Wöhlerstraße 6, Hilde Meyerowitz für die Reichsvertretung und den Provinzialverband der Jüdischen Wohlfahrtspflege die Gründung eines Altersheims zu dem später noch die Hausnummern 8 und 13 hinzukamen.
1936 wechselte Karl Falkenstein in ein Hinterhaus in der Niddagaustraße. Nach einem Aufenthalt in der Rechneigrabenstraße 18, vermutlich lebte das Ehepaar hier im Altersheim, zogen Karl und Lea Falkenstein im Juli 1937 in das Henry und Emma Budge-Heim für alleinstehende alte Menschen im Edingerweg 9. Frau Falkenstein starb hier am 2. Juni 1938. Am 2. Februar 1939 verließ Herr Falkenstein das Budge-Heim, noch bevor am 1. April 1939 die letzten jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner das Heim verlassen mussten. Er kam nun im Schwesternheim des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt am Main in der Bornheimer Landwehr 85 unter (vgl. Hausstandsbuch 655: 60). Danach muss er noch in der Beethovenstraße 11 gewohnt haben, was im Hausstandsbuch des Krankenhauses der jüdischen Gemeinde verzeichnet ist, wo er dann, ab dem 31. Oktober 1941, wohnte (vgl. Hausstandsbuch 686/687). Über die Umstände im Krankenhaus, wie sie auch Karl Falkenstein, inzwischen 84jährig, erlebt haben muss, schrieb die Krankenschwester Thea Höchster in einem Brief Ende Oktober 1941: „Wir haben hier im Krankenhaus viel zu tun. Alle Betten sind belegt und zum Teil noch Betten eingeschoben. Unsere armen alten Leutchen sind den schweren Tagen nicht gewachsen. Wie viele Kinder ziehen jetzt hinaus und müssen ihre guten alten Eltern da lassen. Solange wir sie ja noch betreuen dürfen und können, werden sie leichter mit ihrem Schicksal fertig. Außer ihren körperlichen Gebrechen umgibt sie so viel seelisches Leid, daß es auch für uns ein trauriges Arbeitsfeld ist. Unsere Stimmung ist zur Zeit sehr gedrückt, da viele unserer besten Bekannten weggehen“ (Thea Höchster, zit. nach Kingreen 1999a: 147).
Aus dem Krankenhaus in der Gagernstraße 36 wurde Karl Falkenstein am 18. August 1942 durch die Stapo [sic] „evakuiert“ (vgl. Hausstandsbuch 687: 82). Er kam im Alter von 85 Jahren bei der siebten großen Deportation aus Frankfurt mit dem Transport XII/1, Zug Da 503, von Frankfurt am Main in das Durchgangs- und Konzentrationslager Theresienstadt (vgl. Yad Vashem; Kárný 2000).
Bei dieser Deportation, die 1.020 Menschen betraf, wurden 678 Personen aus den Frankfurter Altersheimen abtransportiert. Nach einer Liste der „Heimeinkaufsverträge wegen Wohnsitzverlegung am 18. August 1942“ handelte es sich bei den verschleppten Menschen dieses Transports um vorwiegend wohlhabende Personen. Der Staat konnte durch diese Verträge von 270 Personen 6 Millionen RM enteignete Gelder einnehmen (vgl. Kingreen 1999b: 376). Karl Falkenstein selbst musste gemäß der Entschädigungsakte Zwangsleistungen der „Judenvermögensabgabe“ in Höhe von 4.750,77 Reichsmark bezahlen und für den erzwungenen Abschluss eines „Heimeinkaufvertrags“ noch einmal 8.633 Reichsmark (vgl. Museum Judengasse Frankfurt am Main). In diesen Verträgen wurde den alten Menschen vorgegaukelt, dass ihr Lebensabend in einem Altersheim finanziert würde (vgl. Museum Judengasse Frankfurt am Main). Ein Muster eines solchen Heimeinkaufsvertrags ist hier abgebildet.

Dokument: Heimeinkaufsvertrag / Muster eines Heimeinkaufsvertrags für Theresienstadt Kommission zur Erforschung der Geschichte der Frankfurter Juden: Dokumente.
Heimeinkaufsvertrag / Muster eines Heimeinkaufsvertrags für Theresienstadt Kommission zur Erforschung der Geschichte der Frankfurter Juden: Dokumente Weitere Angaben

Die 78-jährige Rosa Natt-Fuchs, die aus dem Altersheim Niedenau 25 kam und im gleichen Zug wie Karl Falkenstein deportiert wurde, beschrieb den Ablauf in einem Abschiedsbrief am Donnerstag, den 13. August 1942. Darin schreibt sie, Sie müsse am Samstagabend reisefertig sein, um am Sonntag aufzubrechen. Nach einer Übernachtung im Rechneigraben [vermutlich das dortige Altersheim, das als Sammelstelle diente] sollte sie am Montag nach Theresienstadt fahren (vgl. Rosa Natt-Fuchs nach Kingreen 1999b: 376). Eine Beobachterin der Deportationsvorbereitungen war Tilly Cahn, die in ihrem Tagebuch am Sonntag, 16. August 1942, schrieb: „Sonntag war erst Max, dann ich noch zweimal bei ihr [vermutlich ist die Mutter von EhemannMax L. Cahn gemeint] im Altersheim [Feuerbachtstraße 14, Ecke Guiollettstraße], eine herzzerreißende Tragödie, all die alten, zum großen Teil hinfälligen Menschen, 3fach angezogen, 1 Koffer, 1 Brotbeutel… Sonntag Nachmittag ab 4 Uhr wurden die alten Menschen auf Last – oder Leiterwagen gesetzt, successive, und teils nach der Sammelstelle Hermesweg, teils Altersheim Rechneigraben gebracht, mit ihrem Gepäck. […] Dort schliefen sie 2 Nächte, wohl sehr eng, auf Matratzen und fand die Abfertigung durch die Gestapo statt. Wir durften nicht mehr zu ihnen, obwohl ich es gestern versuchte, mit dem Schupo am Tor sprach. […] Jetzt, Dienstag 18. August, zwischen 5-6 Uhr p.m. fährt der Zug nach Theresienstadt wohl ab. Es ist mir furchtbar und läßt mich nicht los… Auch von der Siechenabteilung des Krankenhauses sind schwer Leidende mitgekommen“ (Cahn 1999: 218f.) Einer derjenigen, die aus dem Krankenhaus mitkamen, war Karl Falkenstein.
Die Deportation vom 18. August 1942 erreichte Theresienstadt am 19. August 1942.
Zwei Jahre später, am 21. Juli 1944, erstellte der ebenfalls in Theresienstadt internierte Rabbiner Leopold Neuhaus eine Statistik dieser aus Frankfurt deportierten, danach lebten von den 1.020 Menschen noch 44 in Theresienstadt. „588 Menschen waren in den beiden zurückliegenden Jahren an Hunger, Entkräftung und Krankheit verstorben, 328 Menschen in die Vernichtungslager Treblinka und Auschwitz verschleppt worden. Nur 18 Menschen von diesen mehr als 1.000 aus Frankfurt Deportierten erlebten die Befreiung.“ (Mitteilung der Theresienstädter Initiative in Prag, zit. nach Kingreen 1999b: 377).
Karl Falkenstein starb am 24. September 1942 in Theresienstadt (vgl. Gedenkbuch Bundesarchiv Koblenz).

Edgar Bönisch, 2013

Literatur

Bundesarchiv: Das Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933-1945). Koblenz. http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/ (27.6.2013)

Adressbücher, Frankfurt a. M.:
Adress-Buch von Frankfurt a. M., Bockenheim, Homburg v. d. H., Offenbach a. M., Cronberg, Eschersheim, Hausen, Heddernheim, Königstein, Neu-Isenburg, Niederrad, Oberrad und Rödelheim. Frankfurt am Main. 1887-1894
Neues Adressbuch für Frankfurt am Main und Umgebung. Frankfurt a. M. 1904
Adressbuch für Frankfurt am Main und Umgebung. Frankfurt a. M. 1905-1924
Amtliches Frankfurter Adressbuch. Frankfurt a. M. 1925-1939

Cahn, Peter 1999: Tagebuchaufzeichnungen und Briefe von Max L. Cahn und Tilly Cahn aus den Jahren 1933-1943. In: Dieter Rebentisch (Hg.): Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst 65. S. 182-221

Hausstandsbuch 655: Bornheimer Landwehr 85. Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main

Hausstandsbuch 686/687: Gagernstraße 36, Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde. Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main

Hütte, Volker/Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main: Sondersammlung Einzelstücke S4c 329

Junghändel, Max: Frankfurt am Main. Aufnahmen nach der Natur von Max Junghändel. Frankfurt am Main. 1898. http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Frankfurt_Am_Main-Max_Junghaendel-FFMANDN-16-Kaiserstrasse.jpg (3.7.2013)

Kárný, Miroslav (Hrsg.): Theresienstädter Gedenkbuch: die Opfer der Judentransporte aus Deutschland nach Theresienstadt 1942 – 1945 / Institut Theresienstädter Initiative. Prag. 2000

Kingreen, Monica 1999a: Zuflucht in Frankfurt. Zuzug hessischer Landjuden und städtische antijüdische Politik. In: Monica Kingreen (Hg.): „Nach der Kristallnacht“. Jüdisches Leben und antijüdische Politik in Frankfurt am Main 1938-1945. Frankfurt am Main, New York. S. 119-155

Kingreen, Monica 1999b: Gewaltsam verschleppt aus Frankfurt. Die Deportationen der Juden in den Jahren 1941-1945. In: Monica Kingreen (Hg.): „Nach der Kristallnacht“. Jüdisches Leben und antijüdische Politik in Frankfurt am Main 1938-1945. Frankfurt am Main, New York. S. 357-402

Kommission zur Erforschung der Geschichte der Frankfurter Juden (Hg.) 1963: Dokumente zur Geschichte der Frankfurter Juden 1933-1945. Frankfurt am Main

Museum Judengasse Frankfurt am Main: Datenbank im Museum

Office Polytechnique d’Édition et de Publicité: Archives de l’Horlogerie, Marques de Fabrique. Volume III. Bern. 1902

Schmidt, Hans-Heinrich: Lexikon der deutschen Uhrenindustrie 1850 – 1980: Firmenadressen, Fertigungsprogramm, Firmenzeichen, Markennamen, Firmengeschichten. Villingen-Schwenningen. 2005

Yad Vashem: http://db.yadvashem.org/names/nameDetails.html?itemId=1035608&language=de (1.7.2013)

Die Familie May und ihre Stiftungen

Biographisches über Joseph und Hannchen May und ihre Kinder Julius, Arthur und Rege

Fotografie: Straßenschild in Rödelheim zur Erinnerung an Joseph und Hannchen May.
Straßenschild in Rödelheim zur Erinnerung an Joseph und Hannchen May © Edgar Bönisch

Im Frankfurter Stadtteil Rödelheim befindet sich die „Josef-May-Straße“. Ein Zusatztext erklärt: „Eheleute May – Stifter des ehem. Spitals in Rödelheim 1847“. An dieses Spital erinnern sich noch heute manche Rödelheimerinnen und Rödelheimer. Es stand bis 1983 gegenüber der May-Straße, wo heute das Sozial- und Rehazentrum residiert. Nach ersten Forschungen im Institut für Stadtgeschichte musste ich das Zusatzschild korrigieren. Die Eheleute May waren nicht die Stifter, sondern zu ihren Ehren wurde das Spital im Jahr 1874, nicht 1847, von ihren Kindern gestiftet. Im ersten Teil dieses Artikels stelle ich die Familie May vor, die Eheleute Joseph Hirsch und Hannchen May und drei ihrer fünf Kinder Julius, Arthur und Recha, die als Stifterin und Stifter tätig wurden. Im zweiten Teil gehe ich auf die verschiedenen Stiftungen der Familienmitglieder ein.

Die Familie May
Die Familie May lebte zunächst in Rödelheim, das seit 1806 zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt gehörte. Ab 1866 wurde Rödelheim preußisch und 1910 nach Frankfurt am Main eingemeindet. Der Anteil der jüdischen Bevölkerung von Rödelheim betrug um 1814 knapp 30% (342 Personen). Für 1866 sind 376 jüdische Personen in Rödelheim dokumentiert, die zu diesem Zeitpunkt 13,1 % der Bevölkerung ausmachten.

Dokument: Civilstand der Stadt Frankfurt am Main für die Eheleute May, 1872.
Civilstand der Stadt Frankfurt am Main für die Eheleute May, 1872 © Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main (Nachlassakten 420)

Joseph Hirsch May war um 1797 geboren worden, seine Frau Hannchen (Johannette) May, geborene Mayer, im Mai 1809 (vgl. ISG Ffm: Nachlassakten 420, Civilstand). Im Jahr 1825 beantragte der Schutzjude Joseph Hirsch May die Staatsbürgerschaft bei der Großherzoglichen Hessischen Regierung der Provinz Oberhessen mit dem Ziel, selbstständig Handel treiben zu dürfen. Dafür musste er ein Vermögen von 4.000 Gulden (Inferendum) nachweisen, wozu er das Guthaben seiner Verlobten mit einbeziehen konnte. Im Gesetz hieß es: „Da von höchsten Orten die Bestimmung erfolgt ist, daß bei den 4000 fl., welche ein Schutzjude, der Staatsbürger werden – und sich vom Handel ernähren will, nachweisen muß, auch das Vermögen seiner allenfallsigen Braut mit in Aufrechnung in Beziehung auf das Inferendum gebracht werden kann“ (HStAD Best. E 3 A Nr. 26/31).
Am 22. Januar 1826 heirateten der Handelsmann Joseph Hirsch May und Hannchen Mayer. Im selben Jahr wurde ihr erstes Kind geboren, der Sohn Israel (später Julius). 1828 folgte Aaron (später Arthur). 1831 die erste Tochter Röschen (Rosa), gefolgt von Rege (Rega/Recha) im Jahr 1835 und Jenny, geboren 1843.
Im Jahr 1856 zog die Familie von Rödelheim nach Frankfurt um (vgl. ISG Ffm: Nachlassakten 420). Joseph Hirsch May starb am 25. Februar 1865, seine Frau Hannchen am 28. August 1872 (vgl. ISG Ffm: Stiftungsabteilung 310, Blatt 47).

Dokument: Supp. des Schutzjuden Joseph Hirsch May zu Rödelheim, um Ertheilung des Staats- und Ortsbürgerrechts.
Supp. des Schutzjuden Joseph Hirsch May zu Rödelheim, um Ertheilung des Staats- und Ortsbürgerrechts. © Hessisches Staatsarchiv Darmstadt (E 3 A Nr. 26/31)

Aus dem Testament von Julius (Israel) May (vgl. ISG Ffm: Magistratsakten V 465; ISG Ffm: Stiftungsabteilung 310, Blatt 47) erfährt man, dass er am 11. November 1826 in Rödelheim geboren wurde. Eine Besonderheit von Julius May ist, dass er am 2. November 1859 die Staatsbürgerschaft von California in den Vereinigte Staaten erhielt. Seine Auswanderung nach Amerika wird an anderem Ort zwar für das Jahr 1866 angegeben (vgl. HStAD Best. R 21 B Nr. Nachweis 1866), doch lässt die Tatsache, dass er 1864 in Belgien heiratete, das Jahr 1859 für seinen Amerikaaufenthalt wahrscheinlich erscheinen. 1865 ließ Israel May seinen Namen in Julius May ändern (vgl. HStAD Best. G 15 Friedberg Nr. I 61).
Die Zeit von Julius May in den Vereinigten Staaten lässt sich nicht rekonstruieren, doch auf Grund des folgenden Textes lassen sich Vermutungen anstellen.
Nachdem im 18. Jahrhundert nur wenige Juden aus Mitteleuropa nach Amerika gegangen waren, stieg die Zahl der jüdischen Einwohner in den Vereinigten Staaten zwischen 1840 und 1880 von ca. 15.000 auf ca. 250.000 (vgl. Brunner 2009: 155). „Ein großer Teil davon stammte aus Dörfern und Kleinstädten in Schwaben, Bayern, Hessen, Baden und Westfalen“ (Brunner 2009: 155). In Deutschland litten die Juden unter Diskriminierung, die Matrikelgesetze richteten sich gegen die freie Berufs- und Wohnortwahl. Sowohl wirtschaftliche als auch politische und gesellschaftliche Diskriminierung weckten den Wunsch nach Auswanderung. Viele der auswandernden Juden waren jung, unverheiratet und arm. Oft war es der erstgeborene Sohn einer Familie, der auf die Reise geschickt wurde. Auch waren es oft junge jüdische Frauen, die auswanderten, da die Anzahl der jüdischen Eheschließungen behördlich begrenzt wurde. Neben der Ansiedlung in New York oder Chicago war es auch in den „Südstaaten und im pazifischen Westen“, wo sich viele Juden niederließen (vgl. Brunner 2009: 156). Julius May kam zwar aus einer reichen Familie, doch war er Erstgeborener. Ob es nun der Goldrausch in der Mitte des 19. Jahrhunderts war, der ihn nach Kalifornien lockte, oder die ersten jüdischen Gemeinden, die in dieser Zeit im Westen entstanden, etwa 1849 in San Francisco, wissen wir nicht.
Am 2. November 1864 heiratete Julius May in Belgien Fanny Angela Oppenheim (1841-1918), die Tochter von Joseph Oppenheim. Gemeinsam hatten sie die Kinder Rose Eugenie, Joseph Henry, Adolphe Maurice und Paul Hermann (vgl. Magistratsakten V 465).
Über das Leben Julius Mays und seiner Familie in Belgien ist wenig bekannt. Zu seiner Situation und der von Frankfurter Juden in Belgien im 19. Jahrhundert findet sich folgendes in der Literatur: „Migranten aus Frankfurt am Main gehörten zu den ersten dauerhaften im Belgien des späten 18. Jahrhunderts. Familienpionier Adolphe Oppenheim ließ sich 1807/1808 in Brüssel nieder, Bruder Joseph [der Schwiegervater von Julius May], andere Geschwister und nahe Verwandte folgten ab 1814“ (Kasper-Holtkotte 2003: 165). Ein Hauptgrund für die Migration von Frankfurt nach Belgien war die Ablehnung der Juden durch die Frankfurter Bevölkerung und die Aussichtslosigkeit der Veränderung der rechtlichen Lage. So heißt es in einer Klageschrift des Israeliten Singer, dass: „der Haß gegen die Juden hier in Frankfurt (…) ungemein heftig“ sei und alle Gesellschaftsschichten erfasse (Singer). Ein antisemitischer Höhepunkt war Ende 1807 mit dem Erlass der „Neuen Stättigkeit“ erreicht: Darin wurde die weitgehende Rechtlosigkeit der Juden verfestigt, einschließlich der Vorenthaltung des Bürgerrechts (vgl. Kasper-Holtkotte 2003: 219).
Gestorben ist Julius May 1890 in Ixelles bei Brüssel. Zu Verwaltern seines amerikanischen Vermögens bestimmte er seinen „Neffen und künftigen Schwiegersohn“ (Magistratsakten V 465) Dr. Leo Errera, seine Ehefrau Fanny Angela und deren Bruder Paul Moise Oppenheim.

Der zweitälteste Sohn von Joseph und Hannchen May und Bruder von Julius war Arthur (Aaron) May (8. September 1828 – 30. Mai 1885). Er heiratete am 14. Februar 1855 Pauline Fuld (26. Juli 1833 – 14. April 1870) (vgl. ISG Ffm: Stiftungsabteilung 310, Blatt 47). Die gemeinsamen Kinder waren Julie Mathilde, Victor, Rosa, und Joseph Arthur.
Nach dem Vorbild seiner Eltern gelang es Arthur May und seiner Verlobten Pauline Fuld sowohl die Bürgerrechte als auch die Handelsrechte in Frankfurt zu erhalten. Beide wiesen dafür ein Vermögen von 20.000 Gulden nach (vgl. ISG Ffm: Senatssupplikation 631/14). Am 6. November 1854 wurde Arthur May eine Quittung darüber ausgestellt, dass er insgesamt 918 Gulden und 11 Kreutzer an „Bürger- oder Anzugs-Geld“ plus gesetzliche Abgabe bezahlt hat.
Der Umzug von Rödelheim nach Frankfurt lässt sich auch im Adressbuch der Stadt Frankfurt von 1855 nachweisen. Dort wird der Handelsmann Aron [sic] May unter der privaten und geschäftlichen Adresse in der Friedberger Anlage Nr. 1 gelistet (vgl. Staats- und Adresshandbuch der freien Stadt Frankfurt 1855).

Fotografie: Friedberger Anglage 1 (Mitte, Ostendsynagoge im Hintergrund), Wohnhaus von Arthur May und Rege Seligstein.
Friedberger Anglage 1 (Mitte, Ostendsynagoge im Hintergrund), Wohnhaus von Arthur May und Rege Seligstein © Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main

Noch vor seinem Bruder beantragte Aaron May 1864 eine Namensänderung in Arthur May (vgl. ISG Ffm: Senatssuplikation 631/14).
Anhand des Adressbuches von Frankfurt lässt sich nachvollziehen, dass 1865 auch Arthurs Vater, Joseph Hirsch May, als Prokurist des Geschäfts in der Friedberger Anlage Nr. 1 eingetragen wurde. Vermutlich wohnte unter derselben Adresse auch Arthurs Schwester Rege Seligstein im 2. Stock, die sich auch an der Finanzierung der Joseph und Hannchen May’schen Stiftung beteiligt hatte. Reges Mann, Samuel, wurde ab 1868 als Mitinhaber einer scheinbar angekauften Filiale in der Vilbeler Str. 26 geführt.
Von den Waren, mit denen die Familie May in ihrem Commissions- und Speditionsgeschäft handelte, bekommt man eine genauere Vorstellung, wenn man die Beschwerde, die Aaron May 1860 gegen das Rechneiamt führte, näher betrachtet. In der Beschwerde ging es um Hafer, den Arthur May auf Rechnung des Kriegsministeriums weiterverkauft hatte, er beantragte die Rückvergütung von Accife (Verbrauchssteuer) auf Hafer durch das Rechneiamt, allerdings erfolglos (vgl. ISG Ffm: Senatssuplikation 631/14).
Arthur und Pauline May sind beide in Frankfurt verstorben: Arthur am 30. Mai 1885 und Pauline am 14. April 1870 (vgl. ISG Ffm: Stiftungsabteilung 310, Blatt 47).
Über das Leben der Töchter des Ehepaars Joseph Hirsch May und Hannchen May, Röschen, Rege und Jenny, ist noch wenig bekannt.
Nun zu den Stiftungen, die von den Mitgliedern der Familie May ins Leben gerufen wurden.

Die Josef und Hannchen May’sche Stiftung für Kranke und Hülfsbedürftige

Fotografie: Namensschild des Joseph und Hannchen May'schen Spitals in Rödelheim.
Namensschild des Joseph und Hannchen May’schen Spitals in Rödelheim © Edgar Bönisch

Auf diese Stiftung bezieht sich das oben genannte Straßenschild. Das erste Rödelheimer Armen- und Siechenhaus wurde von den Söhnen von Josef und Hannchen May, Julius und Arthur, zu Ehren ihrer Eltern gegründet. Sie schenkten der Stadt Rödelheim „ohne Anteile öffentlicher Gelder […] das damals so genannte Kleine Krankenhaus“ (Schembs 2007: 18). Die Tochter Recha mit Ehemann Samuel Seligstein sorgten für einen Teil des Unterhalts des Hauses. 1874 wurde es eingeweiht.
Ein Namensschild, das vermutlich das alte Spital zierte, existiert noch im Garten des Sozial- und Rehazentrums West, dem Nachfolgehaus. Auf zwei ausführliche Beiträge über die Stiftung und über das Gebäude und seine Bewohner sei hier verwiesen.

Stiftungen von Julius May (1826-1890)
Julius May, der älteste Sohn des Ehepaares Josef und Hannchen May, bestimmte in seinem Testament vom 4. Juni 1885, dass seine Erben „ungefähr 35000 Mark als Julius May’sche Stiftung“ (ISG Ffm: Magistratsakten V 465, Anlage X) anlegen sollten. Ziel der daraus entstandenen unselbstständigen Stiftung unter der Verwaltung des Philanthropins, einer der Schulen der israelitischen Gemeinde, war die Verbesserung und Erweiterung des Unterrichts, der Lokalitäten und der Einrichtungen des Philanthropins und die Gewährung von Stipendien an befähigte und bedürftige israelitische Kinder (vgl. Schiebler 1988: 28). Als 1940 die Gelder der Stiftung an das Philanthropin ausblieben, fragte der Vorstand des Philanthropins bei der Stadtverwaltung deswegen an, und es erfolgten Nachforschungen, bei denen auch die Gestapo eingriff. Ergebnis der Untersuchungen war, dass das Stiftungsvermögen zuletzt 8.744,90 RM betragen hatte, hinterlegt beim Bankhaus J. Dreyfuss. Als die Dreyfuss-Bank „arisiert“ und liquidiert wurde, flossen Gelder an verschiedene Banken, wodurch der Verbleib des Einzelbetrags nicht mehr nachvollziehbar war. Dies wurde als Grund für das Ausbleiben der Zahlungen an das Philanthropin angegeben (vgl. ISG Ffm: Magistratsakte V 465, Stiftungsabteilung 312).
Dem Testament entsprechend wurden zwei weitere Stiftungen eingerichtet (vgl. Schiebler 1988: 28).
1) Mit 12.000 Mark sollten christliche oder konfessionslose Rödelheimer Arme unterstützt werden. Durch die Inflation war bis 1929 der vom Rechneiamt der Stadt Frankfurt am Main verwaltete Stiftungsbetrag auf 1.518 RM zusammengeschmolzen und wurde in den Armenfürsorgefonds der Stadt Frankfurt eingegliedert.
2) 12.000 Mark stiftete Julius May an die Joseph und Hannchen May’sche Stiftung zur Verteilung an arme Israeliten.
In einem Schreiben vom März 1941 an das Hauptverwaltungsamt der Stadt Frankfurt am Main versuchte die Stiftungsabteilung des Rechtsamts, den jeweiligen Status der unterschiedlichen May’schen Stiftungen zu klären. Davon ausgehend, dass „die verschiedenen May’schen Stiftungen […] in den Akten nicht immer gleichmässig bezeichnet [worden waren], sodass hier eine nicht geringe Unübersichtlichkeit entstanden ist“ (ISG Ffm: Stiftungsabteilung 312), kam man zu dem Ergebnis, dass die Joseph und Hannchen May’sche Stiftung rechtlich gesehen eine Schenkung sei. Die 12.000 Mark von Julius May an die Joseph und Hannchen May’sche Stiftung zur Verteilung an arme Israeliten (siehe oben Punkt 2) verstand das Rechtsamt ebenfalls nicht als Stiftung, sondern als Schenkung an die Gemeinde Rödelheim aus dem Jahr 1891. Unabhängig davon was juristisch korrekt ist, war es so auf jeden Fall einfacher die Stiftungsgelder zu „arisieren“.

Stiftungen von Arthur May (1828-1885)
Gemäß seinem Testament brachte Arthur May 1885 in die „Arthur May’sche Stiftung zur Unterstützung Armer“ ein Kapital von 60.000 Mark ein (vgl. ISG Ffm: Stiftungsabteilung 310, Magistratsakten V 456/1). Unabhängig von der Religionszugehörigkeit sollten Beträge an Personen, die „keine Zuwendungen aus öffentlichen Mitteln erhielten“ (Schiebler 1988: 114) gezahlt werden. Im Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt am Main findet man die meist formlosen Anträge und entsprechende Belege. Zu Anfang handelte es sich meist um Unterstützungen von fünf oder zehn Mark, später auch von 20, 30 oder 100 Mark (vgl. ISG Ffm: Magistratsakten V 456/2).

Dokument: Ein Antrag auf Unterstüzung durch die "Arthur May'sche Stiftung zur Unterstütztung verschämter Armer" mit Empfangsbestätigung.
Ein Antrag auf Unterstüzung durch die „Arthur May’sche Stiftung zur Unterstütztung verschämter Armer“ mit Empfangsbestätigung. © Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main

Der Vorstand der Arthur May’schen Stiftung bestand zuletzt aus dem Fabrikbesitzer Julius Bloch, dem Sanitätsrat Dr. Albert Ettlinger, dem Bürgermeister Dr. Eduard Gräf und den Stadträten Heil und Weidner (vgl. ISG Ffm: Stiftungsabteilung 310, Blatt 3). Vermutlich handelt es sich bei den letztgenannten um die Stadträte Gerhard Heil und Wilhelm Weidner. In einer Verfügung vom 3. Januar 1939 wurde die Arthur May’sche Stiftung durch den Regierungspräsidenten in Wiesbaden aufgelöst. Das Stiftungsvermögen von 22.000 RM sollte an die Allgemeine Fürsorge-Stiftung überwiesen werden (vgl. ISG Ffm: Stiftungsabteilung 310, Blatt 87). In der Begründung heißt es: „Zur Verwaltung der Stiftung war in der vom Magistrat am 8. Januar 1886 festgesetzten Urkunde ein Vorstand von fünf Personen eingesetzt, von denen zwei jüdischer Konfession sein sollten. Wie durch Ermittlungen bei dem Einwohnernachweis festgestellt worden ist, halten sich die beiden zuletzt in den Stiftungsvorstand entsandten jüdischen Mitglieder im Ausland auf. San. Rat. Dr. Albert Ettlinger ist am 22. September 1938 nach Holland ausgewandert. Fabrikdirektor Julius Bloch ist zwar hier noch gemeldet, hält sich aber mit unbekanntem Aufenthalt im Ausland auf. Die drei andren [sic] Mitglieder des Stiftungsvorstands haben den anliegenden Beschluss gefasst. Nach den vom Magistrat erlassenen Bestimmungen über die Verwaltung der Stiftung ist zur Beschlussfähigkeit die Anwesenheit von drei Mitgliedern erforderlich, sodass ein giltiger [sic] Beschluss des Vorstands vorliegt“ (ebd. Blatt 85).
Weitere 10.000 Mark stiftete Arthur May, gemäß seinem Testament, an die Joseph und Hannchen May’sche Stiftung zur Verteilung von Fleisch und Opferbrot an arme Rödelheimer Juden. Dieser Betrag wurde auch als Schenkung zur Osterspeisung armer Israeliten im Mai 1886 bezeichnet (vgl. ISG Ffm: Stiftungsabteilung 312).

Mit ihren Stiftungen reiht sich die Familie May in die lange Reihe von Stifterinnen und Stiftern in Frankfurt am Main ein, ganz dem jüdischen Gebot der Gerechtigkeit und Wohltätigkeit (Zedaka) verpflichtet.

Edgar Bönisch, 2014

Ungedruckte Quellen
ISG Ffm: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main:

Stiftungsabteilung 310. Arthur MAYsche Stiftung von 1884/86. Für
verschämte Arme. 1885-1886, 1930-1939

Stiftungsabteilung 312. Julius MAYsche Stiftung von 1885. Zur Förderung
des Unterrichts am Philanthropin. 1885, 1920-1943

Magistratsakten V 456/1 Arthur May’sche Stiftung 1885-1930 V. 12 No. 64

Magistratsakten V 456/2 Arthur May’sche Stiftung ad. V. 12 No. 64

Magistratsakten V 465 Julius-Maysche Stiftung, 1890

Nachlassakten 420 May, Hannchen geb. Mayer. Witwe des Handelsmanns
Joseph Hirsch May aus Rödelheim, 1872

Senatssuplikationen 631/14

Internetquellen
HStAD: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt (Aufruf 18.03.2013):

HStAD Best. E 3 A Nr. 26/31: Gesetzgebung Hessen-Darmstadt.
http://www.hadis.hessen.de/scripts/HADIS.DLL/home?SID=C124-361E829-C2ADC&PID=399A

HStAD Best. R 21 B Nr. Nachweis 1866 Auswandererkartei Walter Möller.
http://www.hadis.hessen.de/scripts/HADIS.DLL/home?SID=B286-30D205A-C1DD0&PID=E154

HStAD Best. G 15 Friedberg Nr. I 61 Kreisamt Friedberg
http://www.hadis.hessen.de/scripts/HADIS.DLL/ home?SID=B286-30D205A-C1DD0&PID=51C2

Geni http://www.geni.com/people/Julius-May/6000000018619127741 (Aufruf 14.03.2013)

Literatur

Brunner, Bernd 2009: Nach Amerika. Die Geschichte der deutschen Auswanderung. München

Kasper-Holtkotte, Cilli 2003: Im Westen Neues. Migration und ihre Folgen. Deutsche Juden als Pioniere jüdischen Lebens in Belgien, 18./19. Jahrhundert. Leiden, Boston

Singer: Klageschrift des Israeliten Singer zu Paris, hier erlittener Unbillden btr. (StA Ffm Ugb D56 Judenschaft Nr. 6, zitiert nach Kasper-Holtkotte 2003: 219

Schembs, Hans-Otto 2007: Jüdische Mäzene und Stifter in Frankfurt am Main. Frankfurt am Main

Schiebler, Gerhard 1988: Jüdische Stiftungen in Frankfurt am Main. Stiftungen, Schenkungen, Organisationen und Vereine mit Kurzbiographien jüdischer Bürger. Frankfurt a. M.

Staats- und Adress-Handbuch der freien Stadt Frankfurt 117. Jahrg. 1855. Frankfurt a. M.