Jüdische Pflege- geschichte

Jewish Nursing History

Biographien und Institutionen in Frankfurt am Main

Biographien der Krankenpflege
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„Ausdauer, Energie und Opferbereitschaft“ – Frankfurter jüdische Krankenschwestern im Ersten Weltkrieg

Gleich zu Kriegsbeginn Anfang August 1914 hatte der Verein für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt am Main das gesamte 1. Stockwerk und die Hälfte der 2. Etage seines gerade bezogenen Neubaus in der Bornheimer Landwehr als Lazarett eingerichtet. „Die Flagge mit dem Roten Kreuz hing hoch über unserem Hause“ (zit. n. Rechenschaftsbericht JüdSchwesternvereinFfm 1920: 28). Schon bald trafen die ersten Verwundeten ein.

Fotografie: Schwesternhaus des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt am Main, Frontansicht, Bornheimer Landwehr 85, Frankfurt a.M.
Schwesternhaus des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt am Main, Frontansicht, Bornheimer Landwehr 85, Frankfurt a.M. Verein für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt am Main, Rechenschaftsbericht für die Jahre 1913 bis 1919. Frankfurt a.M. 1919, S. 16f.

Die bis zum Ersten Weltkrieg gegründeten jüdischen Schwesternhäuser und -stationen des Kaiserreichs – nach Frankfurt a.M. (1893) in Berlin, Beuthen, Breslau, Dortmund, Hamburg, Heidelberg, Köln, Mannheim, Metz, München, Nürnberg, Stuttgart, Wiesbaden, Worms und Würzburg (vgl. Steppe 1997: 112-115; siehe auch Bönisch 2009) – bildeten die Basis einer sich rasch organisierenden jüdischen Kriegskrankenpflege (vgl. ausführlicher Seemann 2014a). Sie waren Teil der Mehrheit innerhalb des Judentums, welche durch die gemeinsame Vaterlandsverteidigung die antisemitisch gezogenen Grenzen zu den nichtjüdischen Deutschen überwinden, endlich ‚dazugehören‘ wollte (vgl. Mosse 1971; Tobias/Schlichting 2014). Die wenigen jüdischen und nichtjüdischen Stimmen gegen den Krieg blieben ungehört, zumal sich auch die weibliche Bevölkerung größtenteils patriotisch zeigte. Hierbei kämpften die deutschen Jüdinnen nicht nur für die Anerkennung als weibliche, sondern auch als jüdische Staatsbürgerinnen (vgl. Steer 2014, siehe auch Eschelbacher 1919).

Die Frankfurter jüdische Krankenpflege im Ersten Weltkrieg
Ungeachtet der jeweiligen liberalen, orthodoxen und (minoritären) zionistischen Richtung war der Einsatz der jüdischen Deutschen auch in der Garnison Frankfurt am Main hoch. Rabbiner Dr. Nehemia Anton Nobel betreute als Feldgeistlicher und Seelsorger die jüdischen Soldaten (vgl. Heuberger/Krohn 1988: 129-133; siehe auch Drews-Lehmann 2003). Auf dem Jüdischen Friedhof Rat-Beil-Straße liegen die Grabstätten von 467 jüdischen Gefallenen.
Unter den insgesamt 91 Lazaretten der Frankfurter Heeressanitätsverwaltung – daneben gab es noch etwa 200 Privatlazarette wie das Lazarett der Israelitischen Frauenkrankenkasse (vgl. Hoffmann u.a. (Bearb.) 1976: 428) – befanden sich drei wichtige Institutionen der jüdischen Krankenpflege: außer dem Schwesternhaus des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen (Lazarett 27), das als Lazarett 26 geführte Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde (im Folgenden bezeichnet als: Jüdisches Krankenhaus Gagernstraße) und das Gumpertz’sche Siechenhaus (Lazarett 33) im Röderbergweg. Gleich zu Kriegsbeginn koordinierte der Vorstand von Schwesternverein und Krankenhaus die Freistellung ausgebildeter Pflegekräfte (in dieser Zeit unterstanden sie dem Sanitätsdienst der Heeresverwaltung), die Fortführung des zivilen Krankenhausbetriebs sowie die Organisation und Schulung freiwilliger Helferinnen und Helfer. Seit August 1914 verfügten kaiserliche Erlasse die Verkürzung der Pflegeausbildung auf sechs Monate sowie eine der Kriegsdauer entsprechende befristete staatliche Anerkennung; Lernschwestern konnten eine vorzeitige Notprüfung ablegen. Der Aufgabenbereich jüdischer Kriegskrankenschwestern unterschied sich nicht von dem ihrer nichtjüdischen Kolleginnen: „Generell arbeiteten sie in den OP-Sälen, in der Pflege Verwundeter und Kranker. Sie richteten Lazarette ein und lösten sie auch wieder auf. Sie wurden beauftragt, Kriegsgefangene in Russland zu betreuen. Sie begleiteten Lazarettzüge, arbeiteten auf Lazarettschiffen, an Bahnhöfen, kochten und putzten, wuschen, bauten Gemüse und Kartoffeln an. Zudem kümmerten sie sich um den Nachschub an Verbandsmaterial, d.h. sie organisierten den gesamten Wirtschaftsbetrieb eines Lazarettes“ (Panke-Kochinke/Schaidhammer-Placke 2002: 16). Neben akuter Ansteckungsgefahr z.B. in Seuchenlazaretten waren ständige Verfügbarkeit und abrupte Wechsel von Stoßzeiten und Leerlauf zu bewältigen. Wenig erforscht wurden bislang Traumatisierungen von Kriegskrankenschwestern (vgl. für die englischen Pflegekräfte Hallett 2009).
Nach einer Meldung des Frankfurter Israelitischen Familienblatts vom 21. August 1914 stellte die Frankfurter jüdische Gemeinde dem Roten Kreuz mit 150 Betten sofort drei Viertel der Räumlichkeiten ihres erst kürzlich eröffneten Klinikneubaus in der Gagernstraße zur Verfügung. Den dortigen Pflegealltag schildert der Krankenhausvorstand im Rechenschaftsbericht: „Im Laufe des Krieges entwickelte sich das Verhältnis so, dass fast sämtliche schweren chirurgischen Fälle aus der großen Gruppe Reserve-Lazarett III unserem Krankenhause zur Operation und Pflege überwiesen wurden; ebenso wurden von dort die ansteckenden Krankheiten, wie Typhus, Paratyphus, Scharlach, Ruhr, Diphtherie und die am Anfang des Krieges noch häufigen Fälle von Wundstarrkrampf der Infektions-Abteilung unseres Krankenhauses überwiesen. Die medizinische Abteilung war mit schweren Tuberkulosen, Lungenentzündungen, den so häufigen Nierenentzündungen der Kriegsteilnehmer, Nervenstörungen und anderen schweren Erkrankungen besetzt. Zeitweilig bestand noch eine Station für Kehlkopf- und Ohrenkranke. Von Frühjahr 1918 an war die Tätigkeit durch das Auftreten der Grippe erschwert, die nicht nur unter den Soldaten, sondern auch unter den Schwestern Erkrankungen veranlasste. Zeitweilig musste nahezu die Hälfte der Schwesternschaft wegen eigener Erkrankung an Grippe gepflegt werden […]“ (zit. n. Rechenschaftsbericht JüdSchwesternvereinFfm 1920: 35). Zu den Anforderungen gehörte, dass die Pflegekräfte die Schwerverwundeten bei den oft nächtlichen Fliegerangriffen in sichere Räumlichkeiten transportieren mussten.
Auch das auf Bedürftige mit chronischen Leiden spezialisierte Gumpertz´sche Siechenhaus leistete unter der Leitung von Stabsarzt Dr. Jacob Meyer, Dr. Gustav Löffler und Oberin Rahel Spiero Außerordentliches: „Es war als Schwerkranken-Station für Offiziere und Mannschaften bestimmt und hatte 32, zeitweilig 40 Betten. Es war von der Mobilmachung bis zum 12. Dezember 1918 belegt, verpflegte 671 Soldaten, darunter 434 Verwundete. Außerdem wurden dort 154 Militärpersonen ambulant behandelt“ (zit. n. ebd.: 36; vgl. auch Rechenschaftsbericht GumpSiechenhaus 1916).

Das ‚Vereinslazarett 27 Verein für jüdische Krankenpflegerinnen‘
Höchste Anerkennung zollten Patienten und Militärbehörden auch dem Lazarett des Frankfurter jüdischen Schwesternvereins. Das am 16. August 1914 als funktionsfähig gemeldete Lazarett wurde von der Frankfurter Lazarett-Kommission unter Führung von Oberbürgermeister Georg Voigt besichtigt, übernommen und dem Reservelazarett III als Teillazarett zugeteilt. Betreut wurden vor allem Schwerverwundete und Soldaten mit inneren Krankheiten – selbstverständlich ohne Beachtung ihrer Herkunft, für die rituelle Versorgung und Ernährung jüdischer Soldaten war zugleich gesorgt. Im Hause gingen „Geistliche aller Konfessionen […] ein und aus“; „Gelegenheit zu kleinen Feiern boten alljährlich Kaisers Geburtstag, Weihnachten und Chanuka. An diesen Feiern nahmen alle gemeinsam teil, Soldaten, Personal, Schwestern und Verwaltung“ (zit. n. Rechenschaftsbericht JüdSchwesternvereinFfm 1920: 31, 32). Das Schwesternhaus-Lazarett unterstand Dr. Adolf Deutsch, dem bisherigen Leiter der Poliklinik des Jüdischen Krankenhauses Gagernstraße. Im ersten Kriegsjahr assistierte ihm seine Kollegin Dr. Käthe Neumark, vor ihrem Medizinstudium Krankenschwester und Mitglied des Frankfurter jüdischen Schwesternvereins. Oberin Minna Hirsch organisierte den Pflege- und Wirtschaftsdienst des Lazaretts, führte Narkosen und Röntgenaufnahmen durch und koordinierte den Freiwilligen-Einsatz. In dem eigens für die verwundeten Soldaten eingerichteten Operationsraum des Schwesternhauses taten u.a. Beate Berger, Erna Heimberg, Josephine „Irma“ Hirsch und Else Unger Dienst.
Der erste Verwundetentransport traf am 2. September 1914 ein: „Bleich, erschöpft, verschmutzt, viele vom Schmerz gequält oder vom Fieber geschüttelt, alle aber so müde! – so werden des Krieges Opfer ins Haus getragen, wo alle Hände bereit sind, sie zu empfangen und zu versorgen“ (ebd.: 29) – und dies mit großem medizinischen und pflegerischen Erfolg: „[…] Verpflegt wurden im ganzen 850 Soldaten, darunter 26 Offiziere. Unter den Verpflegten waren 116 Juden. Entlassen wurden als geheilt 677 Mann; dienstfähig: 324 Mann; arbeitsverwendungsfähig: 134 Mann; verlegt als fast geheilt: 219; in anderweitige Behandlung überführt: 113 Mann, entlassen als dienstunfähig: 50 Mann; gestorben: 10 Mann. Laut Operationsbuch wurden 216 Operationen ausgeführt. Röntgenaufnahmen und Durchleuchtungen wurden in 530 Fällen vorgenommen. Der Nachbehandlung wurde große Aufmerksamkeit zugewandt. Hitzebehandlung verschiedener Art, Lichtbehandlung, Gymnastik und Massage wurden reichlich angewandt“ (ebd.: 30). Im Rahmen der Rehabilitationsmaßnahmen leitete Schwester Margarethe Hartog ‚Handfertigungskurse‘: Genesende Soldaten halfen im großen Garten des Schwesternhauses beim Gemüseanbau, der Errichtung eines Gewächshauses, der Geflügelzucht und der Ziegenhaltung; dazu bot das Schwesternhaus kulturelle und pädagogische Angebote. Von August bis Oktober 1916 beteiligte sich der jüdische Schwesternverein zudem an der großen Kriegsausstellung im Frankfurter Holzhausenpark. Dort präsentierte er u.a. medizintechnische Geräte zur Behandlung und Unterstützung Schwerverwundeter, etwa „Hilfsapparate für Zugverbände zur Behandlung von Knochenbrüchen und Knochenschüssen“ oder „aus Gipsverbänden und Metallstreifen hergestellte unterbrochene Schienenverbände zur Behandlung vereiterter Gelenkschüsse“ und „abnehmbare Gehschienen für Knochenverletzte und für Amputierte“ (ebd.: 35).
Am 8. Dezember 1918 verließen die letzten gesund gepflegten Soldaten das Lazarett des Frankfurter jüdischen Schwesternvereins.

„Im Operationssaal konnte man beim Verbinden die interessantesten Völkerstudien machen“: weitere Pflegestätten Frankfurter jüdischer Krankenschwestern im Krieg
Mitglieder des Frankfurter jüdischen Schwesternvereins taten auch in nichtjüdischen Lazaretten der Stadt Dienst, etwa im ‚Kyffhäuser‘ und im ‚Krankenhaus Ost‘, wo Schwester Bertha Schönfeld und ihre beiden (namentlich unbekannten) Kolleginnen die einzigen Jüdinnen waren. Andere Schwestern leiteten als Oberinnen die Verwundetenpflege in zu Lazaretten umgerüsteten jüdischen Institutionen außerhalb Frankfurts, so Emma Pinkoffs im Israelitischen Krankenhaus Hannover und Sophie Meyer im Israelitischen Altersheim zu Aachen. Für das Israelitische Krankenhaus Straßburg hatte der Frankfurter jüdische Schwesternverein bereits 1911 den dortigen Pflegedienst übernommen, geleitet von Oberin Julie Glaser. Dessen Patientinnen und Patienten verließen zu Kriegsbeginn die Klinik aus Furcht vor der Besetzung durch französische Truppen. Julie Glaser wechselte als Lazarett-Oberin in das Festungslazarett XXII B, einem ehemaligen Lyzeum, und organisierte zusammen mit den Frankfurter jüdischen Schwestern Blondine Brück, Jenny Cahn, Gertrud Glaser, Ricka Levy, Bella Peritz und Rahel (Recha) Wieseneck die Kriegskrankenpflege: „Dieses Lazarett in Straßburg wird bald“ – so die Pflegehistorikerin Hilde Steppe (1997b: 217) – „zum hauptsächlichen Gefangenenlazarett für Verwundete aus Frankreich, Russland, Italien, Rumänien, England und Amerika und besteht bis November 1918.“ In ihrem Bericht notierte Oberin Julie Glaser: „Im Operationssaal konnte man beim Verbinden die interessantesten Völkerstudien machen […]“ (zit. n. Rechenschaftsbericht JüdSchwesternvereinFfm 1920: 39). Nach der deutschen Niederlage kehrten die Krankenschwestern nach Frankfurt zurück.
Von den Pflegenden in der Etappe – dabei handelte es sich um das Gebiet hinter der Front, wo sich neben den Lazaretteinheiten u.a. auch Verwaltungs-, Versorgungs- und Instandsetzungseinheiten befanden -, die der Frankfurter jüdische Schwesternverein dem Roten Kreuz zur Verfügung stellte, sind namentlich bekannt: Frieda Amram (Oberin des Frankfurter Kinderhauses ‚Weibliche Fürsorge‘), Clara Bender (Narkoseschwester und Innere Station), Emmy Grünebaum (Innere Station), Hilde Rewalt (zuständig für die Pflege der Zivilbevölkerung), Martha Miriam Sachs (Laboratorium) und Rosa Spiero (Operations- und Narkoseschwester); erwähnt sind zudem (ohne Familiennamen) ‚Wäscheschwester‘ Ella und die auf der Zahnstation tätige Schwester Susanne (vgl. ebd. 40-49). Sie pflegten als Teil des Kriegslazarettrupps 125 an der Westfront (u.a. Deynze, Roulers, Emelghem, Iseghem) und der Ostfront (Bialystok, Grodno, Lida (Rußland), Plewna, Bukarest), in Belgien (Chimay, Montmigny) und in Frankreich (Monthermé, Pesches, Rochefort, Jemelle u.a.). „So haben sie den meisten blutigen Schauplätzen dieses unerhört schweren und langen Kampfes tätig nahe gestanden, Höhepunkte und Tiefen des Ringens mit erlebt, unter günstigen und schwierigen Umständen ihre Pflicht getan und nach allen Strapazen und Entbehrungen des Feldzugs zum Schluss den neuen Jammer und die neuen Gefahren des Rückzuges mit durchgemacht. Was sie in so langen Zeiten, auf so vielen Plätzen, unter so verschiedenartigen Ansprüchen geleistet und erduldet haben, verlangt ein reiches Maß von Ausdauer, Energie und Opferbereitschaft und umfasst eine Fülle segensreicher Arbeit“ (zit. n. ebd.: 41). An der Ostfront lernten die deutsch-jüdischen Schwestern Not und Elend der aus den Kampfgebieten evakuierten jüdischen Bevölkerung (vgl. Schuster 2004) kennen und versuchten nach Kräften zu helfen.

Dokument: Dokument zum Lazarettzug P.I (1915) des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt am Main
Dokument zum Lazarettzug P.I (1915) des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt am Main © Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, Sammlung Ortsgeschichte, S3/A, Sig. 6747

Eine anonyme Großspende ermöglichte 1915 den Einsatz Frankfurter jüdischer Krankenschwestern für die Deutsche Sanitätsmission für Bulgarien: Freiwillig meldeten sich Oberschwester Sara Adelsheimer (OP-Schwester), die erfahrene Frontschwester Beate Berger sowie Grete Seligmann und Lina Spier. Dort taten sie von Januar 1916 bis Oktober 1918 Dienst und organisierten zunächst den Krankenhausbetrieb in Jamboli. Danach pflegten sie im Alexander-Spital zu Sofia, einem Großkrankenhaus mit 1000 Betten und einer internationalen Patientenschaft.

Deckblatt: Kriegskochbuch für die rituelle Küche. Bne Briss - Kriegskochbuch
Bne Briss – Kriegskochbuch / Deckblatt: Kriegskochbuch für die rituelle Küche. Unter Benutzung des Kochbuchs der Lebensmittel-Kommission der Stadt Frankfurt a. … Weitere Angaben

Der Frankfurter Lazarettzug P.I und der Vereinslazarettzug M.3 der Bne Briss-Logen
Gleich zu Kriegsbeginn organisierten und finanzierten die deutschen Logen der sozial engagierten jüdischen Vereinigung Bne Briss (heute: B’nai B’rith; dt.: ‚Söhne des Bundes‘) einen eigenen Lazarettzug; er erhielt die offizielle Bezeichnung ‚Vereinslazarettzug M.3‘ und war im Februar 1915 fertiggestellt. Hieran beteiligten sich auch die Frankfurt-Loge (vgl. Gut 1928), „seit dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die bedeutendste jüdische Loge im deutschen Reich“ (Drews-Lehmann 2003: 49), und deren Frauenvereinigung; für den Frankfurter jüdischen Schwesternverein richteten sie sogar ein eigenes mobiles Lazarett ein: sechs neue Wagen mit kompletter Inneneinrichtung für den vom Frankfurter Roten Kreuz betriebenen ‚Frankfurter Lazarettzug P.I‘, die ab 1. März 1915 zum Einsatz kamen (vgl. Rechenschaftsbericht JüdSchwesternvereinFfm 1920: 54-56). Zudem bestand im Logenhaus in der Eschersheimer Landstraße ein Privatlazarett, wo unter der Regie der Logenschwestern (Frauenvereinigung der Loge) verwundete Soldaten betreut wurden. Die beiden Bne-Briss-Lazarettzüge standen der Allgemeinheit zur Verfügung und erhielten staatliche Zuschüsse, für Verpflegung und Versicherung des Zugpersonals sowie die Instandsetzung der Inneneinrichtung kamen die Logen selbst auf.
Für den Frankfurter Lazarettzug P.I waren ein Arzt und zwei Schwestern freigestellt: Dr. Adolf Deutsch und Schwester Ida Holz, zeitweise Emmy Grünebaum, Grete Seligmann, Else Unger sowie der Ersthelfer August Landsberg. Die Fahrt im Lazarettzug barg durchaus Gefahren, da trotz der Rot-Kreuz-Kennzeichnung auf den Wagendächern Fliegerangriffe drohten. Die ersten Reisen führten in die Kriegsgebiete Flandern und Frankreich. In vier Jahren und einem Monat wurden insgesamt 147 Transporte im Westen und im Osten bewältigt, 177.000 Kilometer zurückgelegt, fast 30.000 Menschen befördert. Ida Holz, eine Veteranin der jüdischen Kriegskrankenpflege, „blieb bis zur letzten Fahrt des Zuges am 31. Dezember 1918, also etwa drei Jahre […] in dessen Dienst. […]. Über die vorzügliche dienstliche und außerdienstliche Bewährung der Schwestern, besonders der Schwester Ida, hatten wir wiederholt Gelegenheit, die lobendsten Äußerungen von militärischen und ärztlichen Vorgesetzten (Major von der Marwitz, Sanitätsrat Dr. Werthmann) zu hören“ (zit. n. ebd.: 55).

Gedenktafel: Ehrentafel für die Schwesternschaft des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt am Main, um 1918.
Ehrentafel für die Schwesternschaft des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt am Main, um 1918 Verein für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt am Main, Rechenschaftsbericht für die Jahre 1913-1919. Frankfurt a.M. 1920, S. 164

Im Dezember 1918 war der Kriegspflegedienst auch für die Frankfurter jüdischen Krankenschwestern offiziell beendet. Sie hatten sich bewährt: „49 Schwestern erhielten im ganzen 78 Auszeichnungen, die meisten die Rote-Kreuz-Medaille III. Kl., einige auch II. Kl. und die Frankfurter Schwesternmedaille“ (zit. n. ebd.: 56). Die Verwaltung des Frankfurter Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen stiftete für das Schwesternhaus eine Ehrentafel mit der Inschrift: „Den Schwestern zum Gedenken treuer Pflichterfüllung in langen schweren Kriegsjahren“ (zit. n. Steppe 1997: 219).
Doch mussten sich insbesondere die Frontschwestern nach ihrer Rückkehr aus dem verlorenen Krieg in einen krisenhaften Alltag hineinfinden. Anders als ihre christlichen Kolleginnen waren sie zudem einem wiedererstarkenden Antisemitismus ausgesetzt – eine bittere Enttäuschung angesichts ihres entbehrungsreichen und aufopfernden Dienstes für Deutschland. Zugleich erlebten auch viele jüdische Krankenschwestern das Kriegsende „als tiefe Niederlage“, die Novemberrevolution 1918 „als fürchterliche Zeit“ (ebd.: 220). Hier zeigt sich einmal mehr ihre patriotische Einstellung. Andererseits hieß es im Rechenschaftsbericht des Frankfurter jüdischen Schwesternvereins: „Ob uns Erfolge beschieden waren, inmitten einer Welt alter und neuer Vorurteile und Gehässigkeiten, wissen wir nicht“ (zit. n. Rechenschaftsbericht JüdSchwesternvereinFfm 1920: 57). Diese Aussage bezog sich gewiss auch auf die nachhaltige Wirkung der antisemitischen „Judenzählung“ des Kriegsministeriums im November 1916 auf die jüdischen Gemeinden (hierzu Rosenthal 2007). Nur anderthalb Jahrzehnte später waren alle jüdischen Bemühungen und Verdienste um Deutschland vergessen.

‚Veteraninnen‘ der Frankfurter jüdischen Kriegskrankenpflege in der NS-Zeit
Hinsichtlich der Aufarbeitung der deutsch-jüdischen Kriegskrankenpflege sind vorerst lediglich Hinweise auf die Lebenswege ehemaliger Frontschwestern unter dem Nationalsozialismus möglich (vgl. z.B. Ulmer 2009; Seemann/Bönisch 2013); in der Regel gehörten die Pflegenden den Alterskohorten zwischen 1860 und 1895 an. Minna Hirsch, die erste Oberin des Frankfurter jüdischen Krankenhauses und Schwesternvereins, musste die NS-Zeit noch miterleben. Doch entging sie durch ihren Tod am 27. April 1938 mit 77 Jahren Vertreibung und Emigration, den Novemberpogromen 1938, den Deportationen und der Schoah, die so viele ihrer Kolleginnen und Kollegen trafen. Recht gut dokumentiert ist die Lebensgeschichte der bislang einzigen namentlich bekannten Zionistin im Frankfurter jüdischen Schwesternverein, der Operationsschwester Beate Berger: Die spätere Leiterin des Berliner jüdischen Kinderheims Beit Ahawah rettete viele ihrer Schützlinge aus NS-Deutschland in das damalige Palästina. Auch Minna Hirschs Nachfolgerin als Oberin der Frankfurter jüdischen Schwesternvereins, Sara Adelsheimer, wie Beate Berger während des Ersten Weltkriegs in Bulgarien, erreichte Eretz Israel und starb in den 1960er Jahren in Tel Aviv. Nach Amerika flüchtete Frontschwester Irma Vorenberg aus Reinheim bei Darmstadt (ob sie Mitglied des Frankfurter jüdischen Schwesternhauses war, ist bislang unbekannt), welche sich noch im Sommer 1935 „unter den wenigen jüdischen Frauen“ befand, „die das Kriegsehrenkreuz erhielten“; sie war „die Gattin des Herrn Bernh.[ard] Vorenberg, welcher als Frontkämpfer ebenfalls dasselbe besitzt“ (zit. n. Der Israelit 76 (13.06.1935) 24, S. 11). Was geschah, wenn die Emigration scheiterte, zeigt das tragische Beispiel der Käthe Mariam. Dass sie, obwohl verheiratet und Mutter eines kleinen Sohnes, sich gleich zu Kriegsbeginn gemeinsam mit anderen ehemaligen Frankfurter jüdischen Kolleginnen zum Dienst bei Krankenhaus und Schwesternverein gemeldet hatte, spielte in der NS-Zeit keine Rolle mehr. Flugangst hinderte sie in letzter Minute an der Flucht, sie geriet in die Fänge ihrer Verfolger, die sie nach Litauen deportierten und am 25. November 1941 im Lager Fort IX in Kowno (Kaunas) ermordeten. Im Exil warteten vergeblich Ehemann, Sohn und Tochter.

Dr. Käthe Neumark: Krankenschwester, Kinderärztin, Sanitätsoffizierin, Emigrantin
Die vertriebenen deutsch-jüdischen Krankenschwestern und -pfleger waren dem organisierten NS-Massenmord entkommen, aber im Aufnahmeland häufig völlig auf sich allein gestellt. Sie mussten sich unter großen Anstrengungen eine neue Existenz aufbauen. Viele Lebenswege liegen noch im Dunkeln. Während die meisten Pflegenden nach England und Amerika flüchteten, verschlug es Dr. Käthe Neumark in die Niederlande. Die ungewöhnliche berufliche Biographie der Krankenschwester und Kinderärztin – sie war eine der ersten Frankfurter Schulärztinnen und gehört zu den ersten weiblichen Sanitätsoffizieren Deutschlands – soll hier abschließend kurz vorgestellt werden.
1871 im ostfriesischen Emden als Tochter eines Kaufmanns geboren, pflegte Käthe Neumark ihre Eltern bis zu deren Tod. Sie zog nach Frankfurt am Main und erlernte dort seit August 1897 den Beruf der Krankenschwester, danach ging sie in die Privatpflege. Im Februar 1902 verließ sie den Frankfurter jüdischen Schwesternverein mit dem Ziel, ihre unterbrochene Schulausbildung fortzusetzen und Medizin zu studieren. 1910 promovierte sie an der Universität München über Diabetes insipidus (umgangssprachlich: ‚Wasserharnruhr‘). Seit 1912 praktizierte sie in Frankfurt – mit kriegsbedingten Unterbrechungen – als Kinderärztin.
Dem Frankfurter jüdischen Schwesternverein fühlte sich Käthe Neumark weiterhin verbunden. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs stellte sie sich dem Schwesternhaus-Lazarett als Ärztin zur Verfügung – in dieser Funktion die einzige Frau: „Für Aushilfe und Vertretung des leitenden Arztes [Dr. Adolf Deutsch, d.V.] sowie für Assistenz bei Operationen sind wir zu großem Dank verpflichtet: Fräulein Dr. Käte [sic!] Neumark, den Herren Sanitätsrat Dr. Rudolf Oehler, Dr. Otto Victor Müller, Dr. M. Witebsky, Dr. Arthur Marum, Dr. Max Jüngster, Dr. Fritz Ansbacher“ (zit. n. Rechenschaftsbericht JüdSchwesternvereinFfm 1920: 33). Den Status eines Sanitätsoffiziers erhielt Käthe Neumark aber nicht in Frankfurt, sondern während ihres nachfolgenden Lazarettdienstes in Halle a.d. Saale (vgl. Bleker/Schleiermacher 2000: 78; Koch 2008: 24, Anm. 58; Dokumentation Ärztinnen 2013). Danach kehrte sie wieder nach Frankfurt zurück. Ihre erfolgreiche Tätigkeit als Kinderärztin und städtische Schulärztin im Nebenamt endete mit der NS-Machtübernahme. Nach dem antisemitischen Entzug der Kassenzulassung emigrierte sie in die Niederlande.

Zeitungsinserat: Anzeige der Kinderpension Dr. Käthe Neumark (Zandvoort, Niederlande).
Anzeige der Kinderpension Dr. Käthe Neumark (Zandvoort, Niederlande) Nachweis: Frankfurter Israelitisches Gemeindeblatt 11 (1933) 12, August, S. 340

Im Nordseebad Zandvoort unweit von Amsterdam eröffnete Dr. Käthe Neumark Anfang September 1933 eine Kinderpension (vorher: Kinderheim Hiegentlich). Das jüdisch geführte Haus stand unter der religiösen Aufsicht des Oberrabbiners von Nordholland, Abraham ben Samson ha-Kohen Onderwijzer.

Nach einer Zwischenstation in der Oosterparkstraat – dort verbrachten 1934 nach bisherigem Kenntnisstand auch Anne Frank und ihre Schwester Margot einige Sommerwochen – leitete Dr. Käthe Neumark die Kinderpension in der Brederodestraat 35.

Von der Kinderpension waren es nur wenige Gehminuten zum nahen Nordseestrand. Die idyllische Lage des niederländischen Badeorts Zandvoort soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um ein erzwungenes Exil handelte: Käthe Neumark war und blieb eine vertriebene Frankfurterin. Am 30. Mai 1939 wurde sie in Zandvoort „tot aufgefunden“ (zit. n. Seidler 2007: 263). Die nationalsozialistische Besetzung der Niederlande nur ein Jahr später und die Deportationen der jüdischen Bevölkerung blieben ihr erspart.

Fotografie: Dr. Käthe Neumark, Exilort Zandvoort/Niederlande, Kinderpension, Brederodestraat 35, Juni 2014.
Dr. Käthe Neumark, Exilort Zandvoort/Niederlande, Kinderpension, Brederodestraat 35, Juni 2014 © 02.06.2014 by Dr. Birgit Seemann

 

Fotografie: Dr. Käthe Neumark, Exilort Zandvoort/Niederlande, Blick auf die Nordsee, Juni 2014.
Dr. Käthe Neumark, Exilort Zandvoort/Niederlande, Blick auf die Nordsee, Juni 2014 © 02.06.2014 by Dr. Birgit Seemann

Die Autorin dankt Michael Berger (Bund jüdischer Soldaten (RjF) e.V.), Dr. Gabriela Betz (Historisches Museum Frankfurt a.M.), Franziska Schumacher, (Historisches Archiv Halberstadt) und Jim G. Tobias (Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts e.V.) für weiterführende Informationen.

Birgit Seemann, 2014, aktualisiert 2016

 

Unveröffentlichte Quellen


HMF: Historisches Museum Frankfurt am Main (Vgl. Hoffmann u.a. (Bearb.) 1976: Inventarkatalog, S. 179-559)

ISG Ffm: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main: Sammlung Ortsgeschichte, S 3/A, Sig. 6747: Der Frankfurter Lazarettzug P.I (1915)

Drews-Lehmann, Maren 2003: Geschichte der Frankfurter Juden im Ersten Weltkrieg. Universität Marburg, Magisterarbeit (ungedr. Ms.)

Seemann, Birgit 2014b: „Der Stadt, dem Vaterlande, der Menschheit zum Segen!“ Das neue Frankfurter jüdische Schwesternhaus und der Erste Weltkrieg. Unveröffentlichtes Vortragsmanuskript, Veranstaltung: Jüdische Pflege in Frankfurt: 100 Jahre Jüdisches Kranken- und Schwestern-Haus, Jüdisches Gemeindezentrum Frankfurt a.M.

Literatur


Berger, Michael 2009: Entrechtet – Verfolgt – Ermordet. Jüdische Frontsoldaten des Ersten Weltkrieges in der Shoah. In: ders./ Römer-Hillebrecht, Gideon (Hg.): Juden und Militär in Deutschland. Zwischen Integration, Assimilation, Ausgrenzung und Vernichtung, Baden-Baden: 154-164

Berger, Michael/ Römer-Hillebrecht, Gideon (Hg.) 2012: Jüdische Soldaten – Jüdischer Widerstand in Deutschland und Frankreich. Paderborn u.a.

Bleker, Johanna/ Schleiermacher, Sabine 2000: Ärztinnen aus dem Kaiserreich. Lebensläufe einer Generation. Dr. nach Typoskr. Weinheim

Bönisch, Edgar 2009: Die Geschichte des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt am Main. 1893 bis 1940, http://www.juedische-pflegegeschichte.de/beitraege/alltag-beruf/verein-fuer-krankenpflegerinnen/

Dokumentation Ärztinnen 2013: Dokumentation: Ärztinnen im Kaiserreich. [Verantw.: Institut für Geschichte der Medizin, Freie Universität Berlin; Red.: Jutta Buchin], http://geschichte.charite.de/aeik/index.html (Stand: 2015, Aufruf v. 09.02.2016)

Drüner, Hans 1934: Im Schatten des Weltkrieges. 10 Jahre Frankfurter Geschichte von 1914–1924. Frankfurt a.M.

Eschelbacher, Ernestine 1919: Die Arbeit der jüdischen Frauen in Deutschland während des Krieges. In: Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum XIX (1919) 5-6, Mai-Juni, 137-150 [mit Abb.]. – Online-Ausg.: Universitätsbibliothek JCS, Frankfurt am Main, http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/titleinfo/2584090

Frauenvereinigung Frankfurt-Loge 1915: Elfter Jahresbericht der Frauenvereinigung der Frankfurt-Loge für 1914–1915. Frankfurt a.M. [1915] – Online-Ausg.: Universitätsbibliothek JCS Frankfurt am Main, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hebis:30:1-307748

Gut, Elias 1928: Der Krieg. In: ders.: Geschichte der Frankfurt-Loge (1888-1928). Frankfurt a.M.: 23-27

Hallett, Christine E. 2009: Containing trauma. Nursing work in the First World War, Manchester/UK

Heikaus, Ulrike/ Köhne, Julia B. (Hg.) 2014: Krieg! Juden zwischen den Fronten 1914–1918. Berlin

Heuberger, Rachel/ Krohn, Helga 1988: Der Erste Weltkrieg, in: dies., Hinaus aus dem Ghetto. Juden in Frankfurt am Main. 1800–1950, Frankfurt a.M.: 129-133

Hirschfeld, Gerhard/ Krumeich, Gerd 2013: Deutschland im Ersten Weltkrieg. Unter Mitarb. v. Irina Renz. Frankfurt a.M.

Hoffmann, Detlef u.a. (Bearb.) 1976: Ein Krieg wird ausgestellt. Die Weltkriegssammlung des Historischen Museums (1914–1918). Themen einer Ausstellung. Inventarkatalog. a.M.

Koch, Sybille Hannelore 2008: Militärpolitik im „Jahr der Frau“. Die Öffnung der Bundeswehr für weibliche Sanitätsoffiziere und ihre Folgen. Braunschweig, Techn. Univ., Diss., http://d-nb.info/988725916/34

Mosse, Werner E. (Hg.) 1971: Deutsches Judentum in Krieg und Revolution 1916 bis 1923. Ein Sammelband. Hg. unter Mitw. v. Arnold Paucker. Tübingen

Neumark, Käthe 1910: Studien über den Diabetes insipidus. München: Mühlthaler. [München, Med. Diss. v. 19. Dez. 1910]

Panke-Kochinke, Birgit 2004: Unterwegs und doch daheim. (Über-)Lebensstrategien von Kriegskrankenschwestern im Ersten Weltkrieg in der Etappe, Frankfurt a.M.

Panke-Kochinke, Birgit/ Schaidhammer-Placke, Monika 2002: Frontschwestern und Friedensengel. Kriegskrankenpflege im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Ein Quellen- und Fotoband, Frankfurt a.M.

Rosenthal, Jacob 2007: „Die Ehre des jüdischen Soldaten“. Die Judenzählung im Ersten Weltkrieg und ihre Folgen. Frankfurt a.M., New York

Rechenschaftsbericht GumpSiechenhaus 1916: Verein Gumpertz´sches Siechenhaus in Frankfurt am Main: Rechenschaftsbericht des Vereins Gumpertz´sches Siechenhaus und der Minka von Goldschmidt-Rothschild-Stiftung in Frankfurt am Main für die Jahre 1914 und 1915. Frankfurt a.M.

Rechenschaftsbericht JüdSchwesternvereinFfm 1920: Verein für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt am Main, Rechenschaftsbericht für die Jahre 1913 bis 1919, Frankfurt a. M.

Rueß, Susanne/ Stölzle, Astrid (Hg.) 2012: Das Tagebuch der jüdischen Kriegskrankenschwester Rosa Bendit. 1914 bis 1917. Stuttgart

Schuster, Frank M. 2004: Zwischen allen Fronten. Osteuropäische Juden während des Ersten Weltkrieges (1914–1919), Köln [u.a.].

Seemann, Birgit 2014a: „Wir wollen sein ein einig Volk von Schwestern“. Jüdische Krankenpflege und der Erste Weltkrieg. In: Tobias/Schlichting (Hg.) 2014: 87-101

Seemann, Birgit/ Bönisch, Edgar 2013: Jüdische Pflegegeschichte im Nationalsozialismus am Beispiel Frankfurt am Main. In: Hilde Steppe (Hg.): Krankenpflege im Nationalsozialismus. 10. aktualis. u. erw. Aufl. Frankfurt a.M.: 257-265

Seidler, Eduard 2007: Jüdische Kinderärzte. 1933–1945. Entrechtet/ Geflohen/ Ermordet. Erw. Neuaufl. = Jewish pediatricians. 1933–1945. Victims of persecution. Completed new edition. Im Auftr. der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Basel [u.a.]: 263 (Dr. Käthe Neumark)

Steer, Martina 2014: Patriotismus, Frauensolidarität und jüdische Identität. Der Jüdische Frauenbund im Ersten Weltkrieg. In: Tobias/Schlichting (Hg.) 2014: 59-72

Steppe, Hilde 1997: „… den Kranken zum Troste und dem Judenthum zur Ehre …“. Zur Geschichte der jüdischen Krankenpflege in Deutschland. Frankfurt a.M.

Steppe, Hilde 1997a: Jüdische Krankenpflege im ersten Weltkrieg. In: ebd.: 128-131

Steppe, Hilde 1997b: Der erste Weltkrieg und das Jahr 1919. In: ebd.: 215-220

Stölzle, Astrid 2013: Kriegskrankenpflege im Ersten Weltkrieg. Das Pflegepersonal der freiwilligen Krankenpflege in den Etappen des Deutschen Kaiserreichs, Stuttgart

Tobias, Jim G./ Schlichting, Nicola 2014: „… nichts als hingebungsvolle Liebe zum so schwerbedrohten Deutschtume“. Das erste Kriegsjahr im Spiegel jüdischer Zeitungen. In: dies. (Hg.) 2014: 31-45

Tobias, Jim G./ Schlichting, Nicola (Hg.) 2014: nurinst – Jahrbuch 2014. Beiträge zur deutschen und jüdischen Geschichte. Schwerpunktthema: Davidstern und Eisernes Kreuz – Juden im Ersten Weltkrieg. Im Auftrag des Nürnberger Instituts für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts hg. Nürnberg

Ulmer, Eva-Maria 2009: Krankenpflege als Beruf jüdischer Frauen und die Ausübung der beruflichen Krankenpflege im Exil, in: Feustel, Adriane u.a. (Hg.): Die Vertreibung des Sozialen. München: 152-163