Jüdische Pflege- geschichte

Jewish Nursing History

Biographien und Institutionen in Frankfurt am Main

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Amalie Stutzmann und ihr Sohn Markus

Amalie Stutzmann, Foto
Amalie Stutzmann

Den ausführlichen Beitrag zu „Amalie Stutzmann und ihr Sohn Markus“ finden sie als PDF hier Amalie Stutzmann und ihr Sohn Markus.

 

Amalie Stutzmann (auch Amalia und Amélia) war Krankenschwester im Frankfurter Hospital der Georgine Sara von Rothschild’schen Stiftung und, wohl für kurze Zeit, im Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde in der Gagernstr. 36. Evangelisch getauft, trat sie etwa 1931 zum Judentum über. Auch als sie am 11.11.1941 in das Ghetto Minsk deportiert und ermordet wurde, stand sie zu ihrem Glauben.

 

Markus Stutzmann (Abraham Bar Ezer), Stolpersteinverlegung
Abraham Bar Ezer (Markus Stutzmann), Stolpersteinverlegung

Ihren Sohn Markus hatte sie 1939, als 10-jährigen, in einem Kindertransport nach Palästina unterbringen könnnen. In Palästina nannte sich Markus Stutzmann später Abraham Bar Ezer. Seine Suche nach den Spuren seiner Mutter begann in den 1950er Jahren, als er einen Antrag auf Entschädigung stellte.

 

 

 

 

 

Viele Jahre später, im Mai 2010, konnte ich ihn anlässlich der Verlegung eines Stolpersteins für seine Mutter Amalie, im Sandweg 11 in Frankfurt am Main, kennenlernen. An der von ihm initiierten Verlegung nahmen auch viele seiner Familienmitglieder teil. Zwei Tage später, auf einer Veranstaltung der „Initiative 9. November“ berichtete er über seine Mutter. Moderiert wurde das Gespräch von der Historikerin Helga Krohn, der Autorin und Herausgeberin eines Berichts über den Kindertransport nach Palästina, zu dem auch Markus Stutzmann gehörte. Im Anschluss an die Veranstaltung konnte ich mit Abraham Bar Ezer und seiner Tochter Amalya sprechen, sie schenkten mir eine Broschüre mit den Erinnerungen von Markus Bar Ezer, die er seinen Kindern und Nachfahren gewidmet hat.

 

Edgar Bönisch, 2020